VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Bernd Patzke, Meisterspieler von 1966, kennt den Löwen-Status des Gejagten im Amateurfußball nur zu gut: Zwischen 1983 und 1984 war der frühere WM-Teilnehmer Bayernliga-Trainer des TSV 1860. In seine Amtszeit fiel unter anderem das legendäre 6:1 gegen die SpVgg Fürth am Gründonnerstag 1984.

Doch es gab auch herbe Rückschläge – etwa das 2:4 gegen den VfL Frohnlach vor 3.500 Zuschauern im Grünwalder Stadion oder das 0:2 in Ampfing. Am Ende der Saison landeten die Löwen nur auf Platz elf der damals drittklassigen Bayernliga.

Auch der Start der „befreiten“ Löwen in der viertklassigen Regionalliga Bayern zeigt: Einfach ist das Leben als großer Name unter den Kleinen nicht. Das jüngste 2:2 in Vilzing ist dafür ein Paradebeispiel.
Patzke erklärt gegenüber db24: „Die Gegner spielen nicht gegen eine x-beliebige Regionalliga-Mannschaft, sondern gegen 1860 München. Das ist wie bei Bayern. Jeder will den Großen schlagen – das ist Fußball.“
Und Patzke, einer der größten Fußballer der 1860-Geschichte, erinnert sich an seinen eigenen Bayernliga-Abstecher als Trainer: „Die Gegner hatten immer Schaum vor dem Mund, die Trainer haben ihre Mannschaften die ganzen 90 Minuten angeheizt, um Sechzig zu schlagen. Das war schon eine besondere Zeit.“

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Eine Zeit, die sich jetzt in gewisser Weise wiederholt. Zwar ist 1860 in der Regionalliga Bayern noch unbesiegt, doch in sechs Partien spielten die Löwen bereits viermal unentschieden. Der nächste Anlauf folgt heute gegen Schwaben Augsburg (19 Uhr, db24-Ticker). Patzke: „Ich habe in dieser Saison noch kein Spiel angeschaut. Vielleicht gehe ich heute raus, wenn es nicht zu kalt ist. Ich bin aber im Bilde, wie 1860 steht – ich verfolge alles. Ich hänge am Verein.“ Über die Entwicklung der Löwen informiert sich Patzke unter anderem auf db24.

Als Meisterschaftskandidaten sieht der heute 83-Jährige die Löwen in dieser Saison allerdings nicht. „Ich hoffe, dass sie unter die ersten Sechs kommen. Richtig schwierig wird’s erst, wenn im Herbst der Boden schwer wird“, prophezeit der frühere Top-Verteidiger, der als db24-Tippexerte auf ein 2:0 gegen Schwaben Augsburg tippt.

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Und Patzke sieht ein grundsätzliches Problem: „Jetzt ist noch alles euphorisch, weil man im Verein an eine Befreiung vom Investor glaubt. Es ist nicht einfach für den Trainer. Jedes Jahr hat man bei 1860 eine neu zusammengewürfelte Mannschaft. Erfolg bekommst du nur rein, wenn du zwei bis drei Jahre eine Mannschaft aufbauen kannst. So wie es aber bei 1860 gehandhabt wird, geht das nicht. Aber das war schon immer so bei 1860.“

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Dass die Löwen in absehbarer Zeit zumindest wieder in die Zweitklassigkeit zurückkehren, glaubt Patzke nicht. Seine Begründung fällt deutlich aus: „Ich sehe das auf Jahre nicht mehr, weil 1860 seit Jahren schlecht geführt wird. Das ist das Hauptproblem. Solange der Präsident vom Verwaltungsrat vorgeschlagen wird, wird das nichts mehr werden.“