Finanzprobleme beschäftigen Unterhaching: Die Luft wird dünner
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 09.09.2026 09:21
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Wirkt mitgenommen: Haching-Boss Manfred Schwabl mit Trainer Janek Frensch.
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Ein neuer Hauptsponsor klebt weiterhin nicht auf dem Hachinger Trikot. Und auch die Verpflichtung von Wunschtrainer Holger Seitz (zuletzt FC Bayern II) scheint eingeschlafen zu sein. Janek Frensch, ursprünglich lediglich als Übergangslösung vorgesehen, trägt inzwischen seit Wochen die Verantwortung für die Mannschaft.
Noch brisanter sind die Meldungen aus dem Inneren des Vereins. Rund um den früheren Meistermacher des FC Bayern kursierten zuletzt erneut Berichte, wonach Mitarbeiter und Spieler in der jüngeren Vergangenheit teilweise monatelang auf ihre Gehälter warten mussten. Offenbar haben inzwischen auch verdiente Kräfte die Konsequenzen gezogen und ihren Dienst quittiert. Präsident Manfred Schwabl versucht, die Situation nicht größer werden zu lassen, als sie aus seiner Sicht ist. “Das ist kein Novum, und da braucht man auch nichts reininterpretieren”, erklärte der frühere Nationalspieler zuletzt gegenüber dem “kicker”.
Doch kann man die Entwicklung tatsächlich so gelassen sehen? Schwabl stellt einen neuen wirtschaftlichen Partner in Aussicht. Ob dieser tatsächlich für die dringend benötigte Entlastung sorgen kann oder der Hachinger Präsident mit seinen Aussagen zunächst einmal Ruhe in die angespannte Situation bringen will, bleibt abzuwarten.
Fakt ist: Die Spielvereinigung bekommt ihre finanziellen Probleme seit längerer Zeit nicht in den Griff. Besonders bitter für die kleine, aber feine Hachinger Fanszene war bereits im Frühjahr der Verzicht auf einen möglichen Aufstieg in die Dritte Liga. Ein Signal, das zu denken gibt.
Ein wesentlicher Kostenfaktor ist ausgerechnet das Hachinger Aushängeschild: die Nachwuchsarbeit. Rund 1,5 Millionen Euro lässt sich die Spielvereinigung nach eigenen Angaben die Ausbildung ihrer Talente kosten. Das Modell funktioniert allerdings nur dann dauerhaft, wenn regelmäßig Spieler gewinnbringend verkauft werden. Das gelang Haching in der Vergangenheit immer wieder. Zuletzt wurde beispielsweise U19-Talent Wesley Krattenmacher an Schalke 04 II abgegeben. Doch nicht jedes Talent entwickelt sich zu einem Millionen-Geschäft wie Karim Adeyemi, an dessen Karriere die Hachinger aufgrund entsprechender Vereinbarungen immer noch mitverdienen. Der Wechsel des Nationalspielers zum FC Barcelona soll den Vorstädter einen kräftigen Nachschlag gebracht haben.
Und so wird die entscheidende Frage immer drängender: Wie lange kann Unterhaching dieses Modell noch finanzieren? Der 3:0-Sieg gegen Augsburg II verschafft zumindest sportlich etwas Luft. Wirtschaftlich dürfte die Partie vor 2.036 Fans dagegen kaum etwas an der schwierigen Gesamtlage geändert haben.
