VON OLIVER GRISS UND CHRISTINA PAHNKE (FOTO)

Das Spiel drohte am Freitagabend gerade in Richtung Vilzing zu kippen – und dann machte Tunay Deniz das, was er am besten kann: schießen. Das ist an sich nichts Besonderes, nur die Entfernung hatte es diesmal in sich. Der Ball kam zum gebürtigen Berliner weit vor der Mittellinie – und dann wuchtete der 32-jährige Löwen-Routinier die Kugel mit Schnitt aus 64 (!) Metern über Vilzings Torhüter Fabian Eutinger hinweg zum zwischenzeitlichen 2:1-Führungstreffer im 450-Seelen-Örtchen im Bayerischen Wald. „Ich habe den Ball direkt genommen. Es war so ein ähnlicher Schuss wie gegen Kiel. Jetzt habe ich aber versucht, mehr Schnitt reinzubekommen. Mittlerweile kennt ihr diese Tore von mir, deswegen ist das auch nichts Besonderes mehr für mich“, berichtete Deniz mit einem Augenzwinkern, um dann nachzuschieben: „Spaß beiseite. Wir wollten einfach drei Punkte mitnehmen und das ist uns nicht gelungen. Das ist maximal enttäuschend. Wir dürfen den Kopf aber nicht in den Sand stecken, es sind noch so viele Punkte zu vergeben. Darauf müssen wir uns fokussieren.“

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Der Vorsprung hielt lange, aber eben nicht lange genug: In der Nachspielzeit nickte der eingewechselte Ex-Löwe Markus Ziereis zum 2:2-Endstand ein. Wieder wurde den Löwen der Sieg in letzter Sekunde aus den Händen gerissen. Besonders bitter war das natürlich für Deniz, dessen Jahrhundert-Tor dadurch für ihn nur halb so schön war.

Es war schließlich nicht das erste Mal, dass Deniz ein solcher Kunstschuss gelungen ist. „Das kann man nicht trainieren – ein bisschen Technik gehört aber dazu“, sagte er süffisant auf db24-Anfrage. Der Giesinger Edelfuß gab aber auch zu, dass ihm die Entwicklung des Fußballs in die Karten spielt, weil die Torhüter heutzutage häufig weit vor ihrem Kasten stehen. „Wir haben das auch immer wieder angesprochen, wie die Positionen der Torhüter sind – auch mit dem Torwarttrainer (Marc Lamberger, d. Red.). Er hat mir in der Halbzeit gesagt, dass der Vilzinger Keeper relativ hoch steht. Er hat zu mir gesagt: ‚Probier’s mal. Wenn’s nicht klappt, ist es auch nicht schlimm.‘“ Deniz probierte es. Und wie. „Es hat geklappt, deswegen freut’s mich. Es wäre aber schön gewesen, wenn dieser Ball zum Siegtreffer gereicht hätte.“

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Deniz und die Weitschuss-Tore – es ist längst ein eigenes Kapitel. Sogar im Löwen-Trikot gelang ihm schon ein solches spektakuläres Ding: Am 29. September 2024 besorgte er den 2:1-Siegtreffer bei Borussia Dortmund II, als er aus fast 50 Metern traf, nachdem BVB-Keeper Marcel Lotka zu weit vor seinem Kasten gestanden hatte. Und 2021 erzielte Deniz im Trikot von Kickers Offenbach das 1:0-Siegtor in Homburg – ebenfalls mit einem Weitschuss aus über 50 Metern.

Den deutschenh Rekord hält übrigens ein Ex-Löwe: Moritz Stoppelkamp traf am 20. September 2014 für den SC Paderborn aus 82,3 Metern zum 2:0 gegen Hannover 96.

Kommt Deniz beim nächsten Versuch Stoppelkamp noch ein wenig näher?