Mang: "Was das Präsidium geleistet hat, war unglaublich"
- VON OLIVER GRISS UND BERND FEIL (FOTO)
- 03.09.2026 09:52
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VON OLIVER GRISS UND BERND FEIL (FOTO)
Insolvenz, Regionalliga & Neuanfang ohne Ismaik: Welche Note geben Sie dem Präsidium Mang?
Präsident Gernot Mang glaubt dennoch an eine positive Zukunft. Gegenüber dem “BR” erklärte er am Rande des 1:3-Pokal-Aus gegen den TSV Buchbach: “Mit dem heutigen Tag haben wir ein historisches Dokument unterzeichnet.” Was er meint: Die Löwen haben wichtige Assets aus der insolventen KGaA übernommen - Markenrechte, Spieler und den Löwen.
Mang weiter: “Die Schwierigkeit war: Wir haben bei Null angefangen. Es war eigentlich wie bei einem Startup-Unternehmen. Der Servicevertrag, über den wir das Trainingsgelände und die Mitarbeiter gemietet haben, war wichtig - und dann wurde ein Stein nach dem anderen ins Rollen gebracht.”

So manche schlaflose Nacht habe es laut Mang zwar gegeben, trotzdem sei stets an einem Strang gezogen worden. “Das funktioniert nur mit einer wahnsinnigen Teamarbeit. Was das Präsidium geleistet hat, war unglaublich. Davor kann ich nur den Hut ziehen. Auch die Fans und Mitarbeiter, die allesamt mitgezogen und gesehen haben, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen. Hier ist eine einzigartige Dynamik entstanden.” Mang nimmt das Pokal-Spiel gegen den Zweitliga-Vorletzten Holstein Kiel (0:2) als Maß: “Zuletzt gegen Holstein Kiel hat man es im Grünwalder Stadion gemerkt: Zum ersten Mal habe ich gefühlt, dass nur Sechzig spielt. Auf diese Art und Weise haben wir das in den vergangenen 25 Jahren nicht erlebt. Davor gab es immer ein Pro und Contra bei der Allianz Arena, ein Pro und Contra beim Investor - und jetzt geht es nur um Sechzig.”
Zur Wahrheit gehört allerdings auch: 1860 spielte vor 22 Jahren noch in der Bundesliga – und der Kampf gegen die Allianz Arena wurde damals keineswegs vom gesamten Verein oder seiner kompletten Anhängerschaft geführt, sondern vor allem von einer vergleichsweise kleinen Gruppe.
Unabhängig von der neuen Aufbruchstimmung gilt deshalb: Ohne sportlichen Erfolg wird dieser Weg nur schwer zu bestreiten sein. „Für uns ist es nun wichtig, den Fokus komplett auf den Sport zu setzen“, sagt Mang und deutet gleichzeitig den wirtschaftlichen Kurs an: „Wir müssen effizienter werden und langsam wachsen. Wie man so schön sagt: Zuerst müssen die Einnahmen kommen, dann erst die Ausgaben. Wir müssen Geld verdienen – das ist das oberste Prinzip.“ Und: „Wir müssen nach vorne denken – und zwar nicht von einer Transferperiode zur anderen, sondern ein paar Jahre voraus.“
Das hört sich alles vernünftig und vielversprechend an. Doch am Ende werden auch die neuen Löwen an Ergebnissen gemessen. Sportlich genauso wie wirtschaftlich. Was jetzt an der Grünwalder Straße 114 passiert, liegt in ihrer Verantwortung. Und genau darin liegt auch die große Chance des viel beschworenen Neustarts: Es gibt keine Ausreden mehr. Die Entscheidungen werden jetzt von den Verantwortlichen getroffen, die sich bewusst für diesen Weg entschieden haben. Sie müssen beweisen, dass der TSV 1860 tatsächlich dauerhaft auf eigenen Beinen stehen kann. Ganz ohne den jahrelang auserkorenen Sündenbock Hasan Ismaik.
