DFB will Kompassmodell zur Abstimmung bringen: Geht jetzt alles ganz schnell?
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 02.09.2026 17:56
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Für den TSV 1860 zählt in dieser Saison nur ein Ziel: Schnell wieder raus aus der Regionalliga Bayern und zurück in den Profifußball. Noch müssen die Löwen dafür allerdings einen komplizierten Weg gehen. Der bayerische Meister oder die aufstiegsberechtigte Mannschaft steigt nicht automatisch auf, sondern muss sich in der Relegation gegen den Nord-Meister behaupten. Doch dieses umstrittene Modell könnte bald der Vergangenheit angehören.
Im Ringen um eine Reform der Regionalliga zeichnet sich offenbar der Durchbruch ab. Wie die „Bild“ berichtet, will DFB-Präsident Bernd Neuendorf das sogenannte Kompassmodell noch in diesem Jahr auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag zur Abstimmung bringen. Demnach hat der 65-Jährige die Regionalliga-Reform zur Chefsache erklärt und sich intern klar für diese Variante ausgesprochen.
Der entscheidende Punkt: Statt bislang fünf soll es künftig nur noch vier Regionalligen geben – und damit könnten alle vier Meister direkt in die 3. Liga aufsteigen. Die leidige Aufstiegsrelegation beziehungsweise Aufstiegsrunde wäre damit Geschichte. Auch das Bundesliga-Präsidium soll das Kompassmodell unterstützen.
Der Plan sieht vor, die Regionalliga-Staffeln künftig nicht mehr strikt nach den Grenzen der Landes- und Regionalverbände zusammenzustellen. Stattdessen sollen die Vereine jährlich nach geografischen Gesichtspunkten auf vier Staffeln verteilt werden. Dadurch sollen trotz der Reduzierung von fünf auf vier Ligen möglichst kurze Fahrtwege gewährleistet werden.
Bislang war eine Einigung an den unterschiedlichen Interessen der Verbände gescheitert. Ende Juni hatten Vereine aus der Dritten Liga sowie den Regional- und Oberligen über verschiedene Reformmodelle abgestimmt. Im Westen, Norden und Nordosten erhielt das Kompassmodell die Mehrheit. Im Südwesten wurde dagegen das Regionenmodell favorisiert, während sich die bayerischen Klubs mehrheitlich für die Ausarbeitung weiterer Alternativen ausgesprochen hatten. Beim Regionenmodell würden die bisherigen Staffeln Nord, Nordost und Bayern auf zwei Regionalligen reduziert, während West und Südwest unangetastet blieben. Eine gemeinsame Linie kam deshalb zunächst nicht zustande.
Jetzt aber kommt offenbar wieder Bewegung in die Sache. Zuletzt hatte sich der Nordostdeutsche Fußballverband mit einem Schreiben an Neuendorf gewandt und schnelle Gespräche über die Zukunft der Regionalligen gefordert. Der DFB arbeitet laut „Bild“ inzwischen an einem entsprechenden Antrag für den außerordentlichen Bundestag.
Sollte das Kompassmodell die notwendige Mehrheit bekommen, könnte die große Reform zur Saison 2028/29 in Kraft treten: Der BFV müsste sich von seiner eigenen Regionalliga verabschieden und würde deutlich an Einfluss verlieren. Die Spielzeit 2027/28 würde dann bereits als Qualifikationssaison dienen. Hintergrund: Die derzeit 91 Regionalligisten müssten auf 80 beziehungsweise 72 Mannschaften reduziert werden – je nachdem, ob künftig mit vier Staffeln à 20 oder 18 Vereinen gespielt wird.
Für die Löwen wäre die Reform allerdings nur dann relevant, wenn sie bis dahin noch immer viertklassig spielen. Und genau dieses Szenario will man an der Grünwalder Straße 114 unbedingt verhindern.
