Schlechte Verlierer? Dressel: "Für mich ist es eigentlich Wettbewerbsverzerrung"
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 01.09.2026 23:14
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Dabei wollten sich die neuformierten Löwen in ihrer neuen Freiheit ohne Investor Hasan Ismaik eigentlich positiv präsentieren und die Aufbruchstimmung nutzen. Doch die Mannschaft scheint dem Druck, der auf dem Deutschen Meister von 1966 lastet, nicht standhalten zu können.
Buchbach, das nur dreimal pro Woche trainiert und damit durchaus den Status von „Feierabendfußballern“ hat, zeigte dem Drittliga-Absteiger, der unter Profi-Bedingungen trainiert, deutlich die Grenzen auf – und das gleich in mehreren Bereichen: taktisch, fußballerisch und nicht zuletzt auch bei der Spritzigkeit.
Dabei hatte Löwen-Trainer Alper Kayabunar vor dem Anpfiff die Rotationsmaschine angeworfen und nach dem 1:1 gegen den TSV Landsberg am Sonntagnachmittag nicht weniger als sechs frische Kräfte gebracht. Auswirkungen auf das Spiel der Löwen hatte das allerdings kaum. Die Sechzger fanden überhaupt keinen Zugriff auf die Partie. Lediglich kurz nach der Pause keimte nach dem 1:2-Anschlusstreffer von Arian Ortivero Calderon kurz Hoffnung auf – doch eine echte Wende gelang nicht.
Dass die Partie überhaupt nur rund 50 Stunden nach dem Remis gegen Aufsteiger Landsberg angesetzt worden war, sorgte bei 1860-Kapitän Dennis Dressel für großes Unverständnis. „Die Spielansetzung ist katastrophal. Für mich ist es eigentlich Wettbewerbsverzerrung, in zwei Tagen zwei Spiele zu machen. Das habe ich bisher auch noch nie erlebt, dass es das überhaupt geben darf, dass es sowas gibt.“ Sind die Löwen schlechte Verlierer? Und warum wurde das von der sportlichen Kommandobrücke um Manfred Paula im Vorfeld nicht lautstark thematisiert?
Kayabunar wollte die kurze Regenerationszeit ausdrücklich nicht als Argument für das Scheitern gelten lassen. Auf db24-Anfrage sagte der 40-Jährige: „Die Rotation war notwendig. Es ging nicht anders. Trotzdem darf das keine Entschuldigung für unser Spiel sein. Das muss ich auch ganz klar sagen. Es haben Spieler die Chance bekommen, Spielzeit gegen einen Regionalligisten zu kriegen. Jeder ist hier ein Teil von dem Kader und hat die Chance bekommen, sich zu beweisen.“
Aufdrängen konnte sich allerdings nur einer: Fabio Wagner. Der Youngster war auf der rechten Seite ein ständiger Aktivposten und gehörte zu den wenigen Lichtblicken eines enttäuschenden Abends. Seine Rolle als Rechtsaußen dürfte er damit fürs Erste zementiert haben.
Für 1860 bleibt dagegen eine Erkenntnis, die deutlich schwerer wiegt als das Pokal-Aus: Der große Name, die Tradition und die Euphorie rund um den Neustart ohne Ismaik gewinnen keine Spiele. Auch auf regionaler Ebene bekommt der Altmeister nichts geschenkt – und Buchbach hat den Löwen an diesem Abend eindrucksvoll vor Augen geführt, wie groß die Aufgabe tatsächlich ist.
