VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Bis in die vergangene Woche wollte eine Investoren-Gruppe aus Deutschland nach db24-Informationen die KGaA des TSV 1860 retten - doch nach vielen Gesprächen soll der Deal geplatzt sein. Und man fragt sich als Beobachter immer wieder: Warum scheitern im letzten Moment immer wieder die Gespräche? Auch die sogenannte Tanner-Gruppe sagte im letzten Moment ab - und das in einer Phase, in der die Löwen noch Drittligist waren. Genau das gilt es auch in den nächsten Wochen aufzuklären.

Damit ist die Rettung der Fußballfirma, die 2002 von Karl-Heinz Wildmoser gegründet wurde und an der Hasan Ismaik 60 Prozent sowie der Verein 40 Prozent hielten, voraussichtlich Geschichte. Das geht aus der Veröffentlichung auf dem offiziellen Portal neu.insolvenzbekanntmachungen.de hervor (Vorgang “1502 IN 2387/26” für die KGaA, sowie Vorgang “1502 IN 2389/26” für die Geschäftsführungs-GmbH).

Nach Uhlmann-Transfer: Ist der Löwen-Kader stark genug, um aufzusteigen?

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“Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Schuldnerin wird wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung am 01.09.2026 um 07.30 Uhr eröffnet”, heißt es im Vorgang “1502 IN 2387/26” für die KGaA. Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Max Liebig wird nun offiziell zum Insolvenzverwalter bestellt. Weiter heißt es: “Die Insolvenzgläubiger werden aufgefordert, Insolvenzforderungen (§ 38 InsO) bis zum 20.10.2026 bei dem Insolvenzverwalter schriftlich anzumelden.”

Gegen den Eröffnungsbeschluss des Insolvenzverfahrens könnte jetzt theoretisch bis zum 15. September Einspruch eingelegt werden. Am 23. Juni hatte Not-Geschäftsführer Manfred Paula beim Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Seitdem hat sich Max Liebig ein umfassendes Bild über die wirtschaftliche Lage der KGaA verschafft - und jetzt den Daumen gesenkt. Damit wird es immer unrealistischer, dass die Gläubiger (u.a. die Dauerkarten-Käufer Periode Dritte Liga) ihr Geld zurückbekommen…

Die Gehälter der bei der KGaA angestellten Mitarbeiter wurden bis zum 31. August durch das sogenannte Insolvenzgeld bezahlt - einige Mitarbeiter haben die Löwen, wie db24 exklusiv berichtete, schon verlassen, u.a. Marketing-Chef Georg Hochedlinger (zurück zum LASK), Physiotherapeut Andre van Staa (zum FC Bayern) und der langjährige Chefscout Jürgen Jung. Auch Sicherheitschef Dominik Rassl soll nach db24-Informationen nach vielen Jahren im Klub gegangen sein. Spannend wird heute im Toto-Pokal-Achtelfinale gegen den TSV Buchbach (19 Uhr, db24-Ticker) zu beobachten sein, ob die KGaA-Spieler Emre Erdogan, Lasse Faßmann und Lance Fiedler auf dem Platz stehen, nachdem die Zeit der “Leasing-Löwen” jetzt offenbar vorbei ist…

Auch Max Liebig äußert sich - über die Webseite seiner Kanzlei: “Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA ist am 01.09.2026 eröffnet worden (Beschluss). Als Gläubiger mit Forderungen gegenüber dem TSV München 1860 GmbH & Co. KGaA werden Sie in Kürze postalisch über die weiteren Schritte für die Anmeldung Ihrer Forderungen informiert und erhalten einen sogenannten GIS-PIN. Die elektronische Eingabe Ihrer Forderung kann sodann mit dem Ihnen übermittelten GIS-PIN über unser Gläubigerinformationssystem erfolgen.”

Wer glaubt, dass dieses Insolvenzverfahren schnell abgewickelt wird, wird sich täuschen: Die Geschichte von Türkgücü ist immer noch nicht gänzlich abgeschlossen. 2022 hatte sich Hasan Kivran als Investor zurückgezogen - der Klub war damit zahlungsunfähig.