Dauerkarten-Verkauf? Unbezahlte Rechnungen? Ismaik-Vertrauter Relat nimmt Stellung
- VON OLIVER GRISS
- 31.08.2026 13:58
- 2 Minuten Lesezeit
- 307 Kommentare
VON OLIVER GRISS
Gegen die HAM-Seite stehen Vorwürfe im Raum: Zum einen soll der Verkauf der Dauerkarten trotz der angespannten finanziellen Situation forciert worden sein, zum anderen sollen Rechnungen offenbar bewusst nicht bezahlt worden sein.
Biel Ballester Relat, Vertrauter von Hasan Ismaik und Aufsichtsrat der KGaA, nimmt dazu gegenüber db24 Stellung: „Was die Dauerkarten betrifft: Da wir vereinbart hatten, mit einem reduzierten Budget und einem erwarteten Defizit zu arbeiten, war eine Steigerung des Dauerkartenverkaufs eine notwendige Maßnahme, um die Liquidität zu verbessern. Die Erlöse aus diesen Dauerkartenverkäufen verbleiben in der KGaA. Alle Fragen zu diesen Geldern sollten nun mit dem Insolvenzverwalter geklärt werden.“
Auch den zweiten Vorwurf weist Relat zurück: „Was die Rechnungen betrifft, die angeblich ‚zurückgehalten‘ wurden, so ist diese Darstellung nicht zutreffend. Ich habe Erklärungen angefordert, bevor ich die Zahlung bestimmter Rechnungen freigegeben habe, weil diese berechtigte Fragen aufwarfen.“
Der Spanier nennt konkrete Beispiele: „Wir erhielten von Infront eine Rechnung über rund 20.000 Euro, ohne dass zufriedenstellend erklärt wurde, welche Leistungen dafür erbracht worden waren. Oder: Grant Thornton stellte für die Prüfung und die Arbeiten zur Fortführungsprognose mehr als 120.000 Euro in Rechnung. Trotz wiederholter Aufforderungen wurden uns die Ergebnisse weder auf Englisch präsentiert noch fand ein Gespräch statt, in dem uns die Berichte erläutert wurden. Es gibt viele ähnliche Beispiele.“
Relat erhebt darüber hinaus schwere Vorwürfe gegen die bisherige Führung und Verwaltung der KGaA: „Meiner Ansicht nach wurde die KGaA durchgehend als finanzielle ‚Küche‘ des e.V. behandelt – und ihre Verwaltung wurde in höchst unprofessioneller Weise geführt. Gleichzeitig berief sich der e.V. wiederholt auf seine Kontrolle aufgrund der 50+1-Regel, um Entscheidungen zu verzögern und die Umsetzung notwendiger Veränderungen zu verhindern.“
Und Relat legt nach: „Ein weiteres Beispiel ist die interne Prüfung, die wir angefordert hatten. Sie wurde um mehr als zwei Monate verzögert, was zu zusätzlichen Kosten von über 50.000 Euro führte. Deloitte (Wirtschaftsprüfungsunternehmen, d. Red.) teilte uns außerdem mit, dass die Unterlagen, die sie erhalten hatten, völlig unzureichend waren und dass sie nicht verstehen konnten, wie die KGaA unter diesen Bedingungen geführt worden war.“
