VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Dass der TSV 1860 nach dem Zwangsabstieg 2017 sofort wieder in den Profifußball zurückkehrte, daran hatte auch Nico Karger großen Anteil. Der Offensivspieler erzielte in der Aufstiegssaison in 32 Spielen 14 Tore und bereitete drei weitere Treffer vor. Auch in der hitzigen Relegation gegen den 1. FC Saarbrücken traf er einmal. Nach seinem Abschied von den Löwen 2020 wechselte Karger zur SV Elversberg. Dort blieb er zwei Jahre, ehe er sich aus dem Profifußball verabschiedete. Seit diesem Sommer spielt der inzwischen 33-Jährige für den Landesligisten SV Nord-Lerchenau.

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Dass es der gebürtige Kronacher inzwischen etwas lockerer angehen lässt, hat vor allem familiäre Gründe. „Als mein Sohn Noah auf die Welt kam, war mir klar, dass ich den Fußball reduzieren möchte. Drei- bis viermal auf dem Fußballplatz zu stehen, ist einfach zu viel“, erklärt Karger gegenüber db24.

Der Kontakt zu seinem neuen Klub besteht schon länger. „Mit meinem jetzigen Verein Nord-Lerchenau beziehungsweise mit Felix Kirmeyer bin ich seit Jahren befreundet. Er hatte es in all den Jahren immer wieder probiert, aber damals war es mir noch zu früh.“

In diesem Sommer passte der Zeitpunkt. „Es ist schon ein wenig komisch, wenn man die letzten vier Jahre Bayernliga gespielt hat und dann nach unten geht. Da merke ich schon, dass ich leider nicht jünger werde“, sagt Karger und lacht.

Weniger gute Erinnerungen hat der frühere Löwe an seine Zeit beim FC Pipinsried. Karger erhebt deutliche Vorwürfe: „Gewisse Personen haben in Pipinsried hinter meinem Rücken gesprochen und ich bin anderthalb Jahre gemobbt worden. Das war schon verrückt und hart zugleich. Umso glücklicher bin ich, dass mit Nord und Felix Kirmeyer jetzt alles so gekommen ist. Das ist ein geiler Verein – mit tollen Menschen und sehr guten Fußballern.“

Die Löwen verfolgt Karger natürlich weiterhin, wenn auch hauptsächlich über die Medien. Für Stadionbesuche fehlt ihm derzeit die Zeit. „In dieser Saison will ich es mal wieder schaffen“, kündigt er an.
Das Duell seiner beiden Ex-Klubs 1860 und Landsberg am Sonntag (15 Uhr, db24-Ticker) kommt dafür allerdings noch zu früh. Als db24-Tippexperte rechnet der Aufstiegsheld von 2018 mit einem deutlichen 4:0-Heimsieg der Löwen. „Ich hoffe, dass es wieder nach oben geht. Vor allem für Felix Weber wäre das eine fast surreale Geschichte, wenn er noch einmal den Aufstieg von der Regionalliga in die Dritte Liga schafft. Dafür sind beide Daumen gedrückt.“

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Mit dem jahrelangen Löwen-Zirkus zwischen Klub und Investor Hasan Ismaik beschäftigt sich Karger dagegen nur noch am Rande. „Ich habe bezüglich Ismaik viel gelesen. Ich weiß allerdings nicht, ob er jetzt noch was zu sagen hat oder nicht. Ich denke aber wie der Großteil: Er soll weg!“

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Und wie findet Karger den optischen Neustart der Löwen – neues Logo, neue Trikots und keine Spielernamen mehr auf dem Rücken? „Dass das Wappen jetzt anders ist, die Trikots anders aussehen und die Spieler auch keine Namen auf den Trikots haben, das finde ich schon irre, aber gleichzeitig auch geil. Mir gefallen die neuen Trikots tatsächlich sehr.“ Dann liefert Karger noch einen Satz, der zeigt, dass ihm der Löwen-Humor nicht abhandengekommen ist: „Wenn ich sie meinen Kindern zeigen würde, dann ziehen die mir die Unterhosen aus“, sagt der frühere Publikumsliebling und lacht.