VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Die Uhr tickt, tickt und tickt...

Zum 31. August läuft die Frist ab: Bis dahin werden die noch verbliebenen KGaA-Mitarbeiter vom Staat bezahlt - doch was passiert danach?

Geht’s nach den Worten von Investor Hasan Ismaik hat er längst noch nicht abgeschlossen mit 1860. Am Mittwochnachmittag postete der Jordanier jedenfalls auf seinen Social Media-Kanälen folgende Botschaft: “Ich möchte mich bei all jenen bedanken, die dem Weiß und Blau, dem Löwen und der Geschichte unseres Vereins treu geblieben sind. Viele von euch schreiben mir aus den unterschiedlichsten Fanclubs und Gruppen. Eure Nachrichten bestätigen mir: Der Geist dieses Vereins ist ungebrochen. Man kann Strukturen verändern, neue Tatsachen schaffen und den Namen auf unterschiedliche Weise verwenden – doch niemand kann den weiß-blauen Geist aus den Herzen der Löwen reißen. Denn ein Verein lebt nicht allein durch seinen Namen, sein Wappen oder eine organisatorische Konstruktion. Er lebt durch seine Geschichte, seine Werte und vor allem durch die Menschen, die ihn im Herzen tragen und für ihn einstehen.”

Und weiter: “Ich bin fest davon überzeugt, dass 1860 zurückkehren wird. Dieser Verein verfügt über eine Geschichte, eine Kraft und eine treue Anhängerschaft, die zu groß sind, um sich dauerhaft mit einem Platz zufriedenzugeben, der seinen Möglichkeiten nicht entspricht. Die Rückkehr an den Platz, den 1860 verdient, verlangt von uns allen Einsatz, Entschlossenheit und Zusammenhalt. Die Zukunft von 1860 gehört weder einer einzelnen Person noch einer bestimmten Gruppe. Sie gehört allen, die diesen Verein lieben: dem Arbeiter und dem Ingenieur, dem Unternehmer und dem Angestellten, den Wohlhabenden und den weniger Wohlhabenden, den Jungen wie den Alten. Sie gehört allen, die den Löwen im Herzen tragen.”

Was Ismaik wichtig ist: “Wir alle tragen die Verantwortung dafür, dass die Geschichte dieses Vereins nicht verdreht oder nach kurzfristigen Interessen neu geschrieben wird. Berechtigte Rechte und Interessen dürfen nicht ignoriert und niemand darf ausgegrenzt werden.” Ausgrenzen können die viertklassigen Löwen tatsächlich wie die ganz Großen…

Ismaik sagt: “Respekt und Verantwortung müssen für alle Seiten gelten. Eine starke Zukunft für 1860 kann nur durch einen ehrlichen und verantwortungsvollen Dialog entstehen, der die Rechte aller wahrt. Ich werde diesem Verein und seinen Fans treu bleiben. Und ich werde mich weiterhin mit aller Entschlossenheit für seine Identität, seine Geschichte und sein Recht auf eine starke und stabile Zukunft einsetzen.”

Die Realität sagt aber: 1860 ist mitten im Befreiungskampf - was dem Trikot und auch im Handeln zu sehen ist. Die Frage ist nur: Welche Rolle spielt da noch Hasan Ismaik? Vielleicht hat Insvolvenzverwalter Dr. Max Liebig Antworten darauf - demnächst.