db24 exklusiv: Ismaik gibt den Löwen frei - für die Oktoberfest-Lederhose
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 26.08.2026 08:53
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Bevor am 19. September das erste Fass angezapft wird, müssen sich die Löwen noch standesgemäß einkleiden: Heute Nachmittag holen Dennis Dressel, Vitus Eicher & Co. bei Trachten Angermaier in der Landsberger Straße ihre Lederhosen für den offiziellen Wiesn-Besuch ab. Mehr als 40 komplette Sets stellt Inhaber Dr. Axel Munz (77) den Sechzgern zur Verfügung. Doch in diesem Jahr steckt hinter der Löwen-Tracht eine durchaus bemerkenswerte Geschichte.

Denn obwohl die Rechte am bekannten Löwen-Wappen weiterhin bei der KGaA beziehungsweise der Merchandising-Firma von Hasan Ismaik liegen, darf Angermaier den Löwen nach exklusiven db24-Informationen weiterhin kommerziell auf seinen Lederhosen verwenden.
Das Münchner Traditionsunternehmen hat sich vorab mit Ismaiks Merchandising-Firma auf einen entsprechenden Deal verständigt – und der hat einen entscheidenden Vorteil für Angermaier: Es fließen keine Lizenzgebühren.
„Wir müssen keine Lizenzgebühren bezahlen und haben das Recht, über unsere Kanäle die Lederhose zu vertreiben“, erklärt Munz gegenüber db24: „Es kann jetzt keiner kommen und sagen: ‚Wir boykottieren die Lederhosen, weil Ismaik was bekommt!‘ Wir sind völlig frei und zahlen nichts. Dafür können wir den Löwen im Gegenzug mehr Lederhosen zur Verfügung stellen.“
Eine feine Sache.
Denn dass der Umgang mit dem Löwen-Logo derzeit keineswegs selbstverständlich ist, zeigt ein anderes Beispiel: Die Stadtsparkasse München nimmt sogar ihre Bankkarte mit dem Löwen-Wappen aus dem Angebot – Stichwort Markenrecht. db24 berichtete exklusiv.
Ganz wie früher sieht die Angermaier-Lederhose allerdings nicht mehr aus. Dressel & Co. müssen sich heute darauf einstellen, dass der Löwe im Vergleich zu den bisherigen Versionen etwas kleiner ausfällt und in Blau auf das braune Leder gestickt ist. Der Preis bleibt dagegen stabil: 368,60 Euro. Für eine echte Löwen-Rarität mit dieser Qualität fast schon ein Schnapper.
Bemerkenswert ist auch, dass Angermaier dem TSV 1860 trotz Zwangsabstieg und der vielen Turbulenzen der vergangenen Monate die Treue hält. Warum? „Wie sagt man so schön? Einmal Löwe, immer Löwe!“, sagt Munz: „Wir sind bei 1860 die vielen Horrormeldungen ja über die Jahre gewohnt. Uns schreckt nichts ab. Die Spieler können ja nichts dafür und wir freuen uns, wenn die Sechzger in unserer Tracht gemeinsam auf der Wiesn sind.“
Spurlos geht die Entwicklung an der Grünwalder Straße 114 aber auch an dem beliebten Unternehmer nicht vorbei. „Ich bin schon traurig darüber, was in der letzten Zeit bei 1860 passiert ist. Das hätte alles nicht sein müssen“, sagt Munz und schiebt hinterher: „Auch wenn ich sagen muss: Ich bin viel zu weit weg vom inneren Zirkel.“
Und das ist vielleicht ganz gut so. Sonst hätte es sich Munz womöglich noch anders überlegt…
