Ex-DFB-Boss Grindel: "Vorstände dürfen nicht den Eindruck erwecken, mit Ultras unter einer Decke zu stecken"
- VON OLIVER GRISS UND GETTY (FOTO)
- 25.08.2026 11:06
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VON OLIVER GRISS UND GETTY (FOTO)
Das Skandal-Derby zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern (0:1) im DFB-Pokal sorgt weiter für heftige Diskussionen – jetzt meldet sich auch der frühere DFB-Präsident Reinhard Grindel zu Wort. Und der 64-Jährige fordert ein deutlich härteres Vorgehen gegen die Vereine.
Gegenüber der „Frankfurter Rundschau“ verlangt der frühere Top-Funktionär empfindliche Sanktionen durch den Verband: „Es geht nur mit harten Geldstrafen durch die DFB-Gerichtsbarkeit, die den Vereinen wirklich wehtun und dafür sorgen, dass sie an den Eingängen besser kontrollieren.“
Besonders deutlich wird Grindel beim Verhältnis zwischen Vereinsführungen und der Ultra-Szene: „Auch in den Vereinen, in denen die Ultras offensichtlich die Präsidien bestimmen, müssen sich deren Führungskräfte konsequent von Gewalt und Pyrotechnik distanzieren. Vorstände dürfen nicht den Eindruck erwecken, mit Ultragruppierungen unter einer Decke zu stecken und es hinzunehmen, dass lebensgefährdende Pyrotechnik ins Stadion gelangt.“
Für Grindel geht es dabei längst nicht mehr nur um Verbandsstrafen. Der frühere DFB-Präsident warnt auch vor finanziellen Konsequenzen durch die Politik: „Wenn Vereine von sich aus nicht stärker gegen Ultras vorgehen, darf sich niemand wundern, dass den Innenministern die Argumente ausgehen, die zusätzlichen Polizeikosten für Hochsicherheitsspiele nicht auf die Clubs umzulegen. So, wie es in Bremen schon wiederholt geschehen ist.“
Damit liefert Grindel neuen Zündstoff für eine ohnehin aufgeheizte Debatte: Wie weit müssen Vereine gehen, um Gewalt und das Einschleusen von Pyrotechnik zu verhindern – und wer soll am Ende für die enormen Sicherheitskosten rund um Risikospiele bezahlen?
