VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Über die erste Runde im DFB-Pokal wird noch länger zu sprechen sein, nicht weil es all zu viele Überraschungen der Underdogs gab, sondern weil es am Freitag zu einem Skandalspiel in Mannheim kam: Beim 1:0-Derby-Sieg des 1. FC Kaiserslautern eskalierte nach torlosen 90 Minuten die Stimmung, dann gerieten die Spieler auf dem Feld aufeinander - und krachte es auf den Tribünen. Es gab über 100 Verletzte, darunter 35 Beamte - gegen die auf dem Spielfeld stehenden Pferde wurde sogar Pyrotechnik gerichtet. Das Spiel stand vor dem Abbruch.

Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel findet deutliche Worte für das Kräftemessen der Schande. “Das war in Mannheim kein normales Derby”, sagte der CDU-Politiker. “Wer den Fußball als Bühne für Gewaltexzesse missbraucht, andere Fans mit Absicht in Gefahr bringt und vor allem auch Sicherheitskräfte verletzt, ist kein Fan, sondern ein Krimineller.” Diese “Typen” werde man entsprechend behandeln, um Recht und Ordnung in den Stadien durchzusetzen.

Nach dem Abpfiff hat der DFB auf Instagram eine Analyse der Vorfälle angekündigt. Diese würden “umfassend aufgearbeitet”, hieß es in einem unmittelbar nach dem Erstrundenspiel veröffentlichten Post. “Der Deutsche Fußball-Bund wird die Berichte auswerten und den zuständigen Gremien zuleiten.” Für sicherheitsgefährdendes Verhalten sei im Fußball kein Platz.

Während der TSV 1860 nach seinem Zwangsabstieg in die Regionalliga Bayern mit dem 0:2 gegen Holstein Kiel eine Sensation gestern verpasste, aber trotzdem einen großen Kampf vor 15.000 Fans auf Giesings Höhen lieferte, sorgte Nord-Regionalligist SSV Jeddeloh II, aktuell Tabellen-15. in seiner Staffel, für einen echten Paukenschlag: Die Amateure aus dem Landkreis Ammerland schickten Bundesliga-Absteiger FC Heidenheim mit einem 5:2 nach Hause.

Ebenfalls eine Überraschung war der Pokal-Triumph von Drittliga-Aufsteiger SG Sonnenhof Großaspach über den Pokalfinalisten von 2025 Arminia Bielefeld nach Elfmeterschießen (5:3). Zum Helden im Ländle avancierte Torhüter Maximilian Reule mit gleich zwei parierten Elfmetern.

Nicht zu unterschätzen ist auch der 2:0-Triumph von Drittligist Rot-Weiss Essen am Sonntagabend über den Erstliga-Absteiger FC St. Pauli. Das wird auch RWE-Vorstand Marc Pfeifer, den ehemaligen Löwen-Geschäftsführer, freuen. Das Weiterkommen bringt Essen mehr als 400.000 Euro.

Beim Paderborner 4:2-Sieg gegen Regionalligist Phönix Lübeck kam Ex-Löwe Clemens Lippmann zu seinem ersten Einsatz für den Erstliga-Aufsteiger.

Die Ergebnisse der 1. Pokal-Hauptrunde in der Übersicht:

1860 - Holstein Kiel 0:2.
SG St. Tönis - Eintracht Frankfurt 0:11.
Münster - Karlsruhe 1:2.
Mannheim - Lautern 0:1 n.V.
Rostock - VfB Stuttgart 0:4.
Wiesbaden - Leverkusen 0:4.
Cottbus - Augsburg 0:2.
Aue - Hoffenheim 0:4.
Hemelingen - Hannover 1:9.
Saarbrücken - Hertha 2:4 n.E.
Viktoria Köln - Nürnberg 4:5 n.E.
Duisburg - Elversberg 1:3.
LSK Hansa - Bremen 0:3.
Trier - Leipzig 0:6.
Großaspach - Bielefeld 3:0 n.E.
Jeddeloh II - Heidenheim 5:2.
Fürth - Bochum 1:2.
Braunschweig - Union Berlin 2:4.
Schott Mainz - Gladbach 0:5.
Krieschow - Mainz 0:9.
Jena -Darmstadt 1.2.
Bahlinger SC - Magdeburg 0:4.
Westfalia Rhynern - Dresden 0:6.
Düsseldorf - Freiburg 1:4.
Rot-Weiss Essen - St. Pauli 2:0.
Phönix Lübeck - Paderborn 2:4.