Aubstadt-Boss Köhler im db24-Interview: „Unsere Bratwürste sind die besten in der Regionalliga!“
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 17.08.2026 10:17
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
db24: Grüß Gott, Herr Köhler: Am Sonntagabend gab es für das Highlight-Spiel gegen den TSV 1860 noch über 800 Karten. Wird das Spiel am Ende nicht ausverkauft sein?
HERBERT KÖHLER: Momentan haben wir tatsächlich erst etwas über 2.000 Tickets verkauft, 3.000 Fans kriegen wir rein. Ich denke aber schon, dass wir am Ende ausverkauft sind. Der Spieltag an einem Dienstagabend ist natürlich schon ungünstig, aber wir wissen natürlich auch, dass 1860 viele Fans aus den erfolgreichen Zeiten noch in der Region hat. Für die ganze Regionalliga ist das ein glücklicher Zufall, dass die Löwen wieder unter uns sind. Die machen nicht nur ihr eigenes Stadion jeden Spieltag voll, sondern auch bei Auswärtsspielen. Für uns ist das ein Super-Highlight. Wer hätte gedacht, dass wir mal ein Punktspiel gegen 1860 absolvieren?
db24: Wahrscheinlich keiner – so geht’s auch vielen Löwen-Fans. Rechnen Sie sich Chancen gegen den Altmeister von 1966 aus?
Auf jeden Fall! 1860 ist gerade wieder einmal im Umbruch. Als Mannschaft müssen sie sich erst finden, das haben die ersten drei Spiele bewiesen. Deswegen sind wir nicht unglücklich darüber, dass wir 1860 zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison serviert bekommen. Dadurch steigen unsere Chancen auf eine Überraschung. Ich traue uns ein Unentschieden zu. Am Ende wird 1860 aber um die Meisterschaft in der Regionalliga Bayern spielen.
db24: Wie sehen Sie das Niveau der Regionalliga?
Wir sind jetzt im siebten Jahr dabei – und ich finde, dass es im Vergleich zu den Vorjahren durch die Abstiege von 1860 und Schweinfurt sogar etwas gestiegen ist.
db24: Seit einiger Zeit gibt es große Diskussionen um eine Regionalliga-Reform. Wie bewerten Sie das Ganze?
Wir sind auch der Meinung, dass der Meister unbedingt direkt aufsteigen muss. Eventuell könnte der Kompromiss so aussehen, dass es in der Dritten Liga fünf Absteiger gibt. Die Einigung unter den fünf Regionalligen wird schwierig sein, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Bei einem Kompass-Modell würden wir vermutlich in den Osten reinkommen.
db24: Im Vorjahr haben mit Nürnberg II und Unterhaching gleich zwei Spitzenteams auf den Aufstieg freiwillig verzichtet. Was wäre, wenn Aubstadt Meister werden würde?
Uns geht es wie vielen anderen auch. Wir können aus infrastrukturellen Gründen nicht aufsteigen, weil wir die Auflagen nicht erfüllen könnten. Das fängt bei der Rasenheizung an – und hört bei der Stadionkapazität auf. Und dann haben wir noch die ganzen Sicherheitsvorkehrungen. Das ist ganz schwierig für kleine Vereine wie uns. Wer kann sich die Dritte Liga schon leisten? 1860, Schweinfurt, Bayreuth, Burghausen, vielleicht Unterhaching – und die U23-Teams. Das war’s dann aber auch schon. Für uns ist die Regionalliga Bayern das Höchste der Gefühle. Wir sind glücklich, wenn wir jedes Jahr eine gute Rolle spielen können.
db24: Sie sind stolzer Bayern-Fan: Wie haben Sie den jüngsten Niedergang des TSV 1860 verfolgt?
Das ist schon tragisch. Die Löwen gehören schon allein aufgrund ihrer Tradition mindestens in die Dritte Liga oder höher. Eines will ich schon sagen: Wenn so etwas passiert wie bei 1860, dann kann nicht nur Hasan Ismaik schuldig sein, sondern mit ihm auch die ganze Vereinsführung. So ehrlich sollte man schon sein. Ich bin aber da nicht nah genug dran. Die Chemie zwischen beiden Seiten scheint nicht zu stimmen. Was ich außerdem dazu sagen kann: Ohne großen Sponsor geht es bei uns nicht, aber auch bei keinem anderen Regionalliga-Verein. Das ist überlebenswichtig. Die Zuschauereinnahmen reichen nie und nimmer aus.
db24: Warum sollte man als Löwen-Fan in Aubstadt unbedingt mal gewesen sein?
Allein schon wegen der Bratwürste. Das sind die besten in der Regionalliga Bayern. Dazu stehe ich auch. Die sind von den Besuchern voll anerkannt. Das ist unser Markenzeichen. Wir haben 4.000 Bratwürste bestellt. Der Preis ist wie vor Jahren 3,50 Euro. Wir machen sie nicht teurer, das sind wir unseren Fans schuldig. Genauso verzichten wir gegen 1860 auch auf einen Topzuschlag. 13 Euro sind voll in Ordnung, denken wir.
