VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Mittwochmittag im „Zum Stiftl“ am Marienplatz, Biergarten im Rückgebäude: An einem Tisch sitzen Münchens Alt-Oberbürgermeister Dieter Reiter, Ismaik-Anwalt Peter Gauweiler und der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Max Liebig. Das Trio steckt die Köpfe zusammen.

Hat 1860 mit diesem Kader die Qualität, in die Dritte Liga zurückzukehren?

Umfrage endet am 27.08.2026 14:00 Uhr

Eine brisante Runde – ausgerechnet in einer Phase, in der beim TSV 1860 wichtige Weichen für die Zukunft gestellt werden müssen. Worüber die drei im Detail gesprochen haben, ist nicht bekannt. Angesichts der Beteiligten und der aktuellen Situation liegt jedoch die Vermutung nahe, dass es bei der Zusammenkunft auch um die Zukunft des traditionsreichen Münchner Klubs gegangen sein könnte. Die KGaA des TSV 1860 befindet sich im vorläufigen Insolvenzverfahren – und die Zeit drängt. Nur noch bis zum 31. August werden die sogenannten „Leasing-Löwen“, darunter auch wichtige Spieler, über das Insolvenzgeld finanziert.

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Dass dieses bemerkenswerte Treffen tatsächlich stattgefunden hat, berichten db24 mehrere Gäste mit Löwen-Affinität, die am Mittwochmittag zufällig ebenfalls im Biergarten des Stiftls saßen.

Nach db24-Informationen soll es die erste persönliche Zusammenkunft zwischen Gauweiler, dem früheren CSU-Spitzenpolitiker und heutigen Anwalt der Ismaik-Seite, und Insolvenzverwalter Liebig gewesen sein. Und damit stellt sich zwangsläufig die Frage: Hat ausgerechnet Reiter die beiden Seiten an einen Tisch gebracht?

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Der Verdacht liegt nahe. Schließlich hat Münchens ehemaliges Stadtoberhaupt in der Vergangenheit immer wieder ein offenes Ohr für die Löwen gehabt. Als das Grünwalder Stadion nur für maximal 12.500 Zuschauer zugelassen war, setzte sich Reiter dafür ein, die Kapazität auf 15.000 Besucher zu erhöhen – wodurch 1860 bis heute zusätzliche Einnahmen generieren kann. Auch in der jahrelangen Stadionfrage zeigte sich Reiter immer wieder gesprächsbereit und suchte nach Lösungen für den abgewirtschafteten Giesinger Traditionsverein.

Wird Reiter jetzt erneut zum Vermittler – diesmal in einer der schwierigsten Phasen der jüngeren Vereinsgeschichte?
Nach dem Zwangsabstieg und der Kündigung des Kooperationsvertrages haben sich in den vergangenen Wochen viele Emotionen aufgestaut. Die Fronten zwischen den bisherigen Partnern sind verhärtet. Besonders symbolträchtig: Die Profi-Mannschaft läuft inzwischen sogar ohne den bekannten Löwen auf der Brust auf – für viele, vor allem ältere Fans ein Stich ins Herz.

Die kommerziellen Nutzungsrechte am Löwen-Wappen liegen bis 2031 bei Hasan Ismaik. Der jordanische Geschäftsmann hatte den TSV 1860 im Jahr 2011 vor der Insolvenz gerettet und seitdem einen hohen achtstelligen Betrag in die gemeinsame Fußballgesellschaft investiert.

Ob der Löwen-Gipfel im Biergarten tatsächlich der Beginn einer Annäherung ist, wird sich zeigen. Dass Gauweiler und Liebig in dieser entscheidenden Phase gemeinsam mit Reiter an einem Tisch sitzen, ist aber zumindest ein bemerkenswertes Signal in schwierigen Löwen-Tagen.