VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Neun Monate war Tunay Deniz (32) außer Gefecht. Nach seinem Kreuzbandriss im Spätsommer beim 3:0 gegen den späteren Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus ging den Löwen viel Kreativität im Mittelfeld verloren. Am Dienstag feierte der gebürtige Berliner in der Provinz nun endlich sein langersehntes Comeback. Beim 5:1-Sieg im Toto-Pokal in Wendelstein stand Deniz 58 Minuten auf dem Platz. Ein Anfang.

Deniz war immer anspielbar und versuchte, das Löwen-Spiel anzukurbeln. Von seiner Frechheit hat er zumindest nichts eingebüßt: Als der Deutsch-Türke sah, dass der Wendelsteiner Torwart zu weit vor seinem Kasten stand, feuerte er den Ball aus rund 50 Metern aufs Tor – knapp vorbei. Diese Schlitzohrigkeit fehlte den Löwen und ist jetzt wieder abrufbar.

Wer allerdings glaubt, Deniz sei schon wieder der Alte, irrt. Der Routinier wird noch einige Wochen brauchen, um wieder auf das Niveau zu kommen, das 1860 in der Regionalliga benötigt. „Für mich war es wichtig zu sehen, wie weit Tunay schon ist“, meinte Trainer Alper Kayabunar: „Er macht gerade im Training einen guten Eindruck. Man hat gesehen, dass er gerade in der Offensive seine Ideen einbringt, das Spiel kontrollieren kann und die jungen Spieler lenkt. Das ist für uns auch wichtig.“

Beim Spitzenspiel in Memmingen (Freitag, 19 Uhr) dürfte Deniz allerdings noch kein Kandidat für die Startelf sein. Das zeigte sein Auftritt in Wendelstein deutlich. Trotzdem ist seine Rückkehr für Kayabunar ein wichtiger Baustein: Mit seiner Erfahrung, seiner Spielintelligenz und eben jener Portion Frechheit bringt Deniz Qualitäten mit, die dem Löwen-Mittelfeld in den vergangenen Monaten gefehlt haben.

Deniz selbst widmete seinem Comeback-Tag einen emotionalen Post auf Instagram: „9 Monate. So viele Gedanken, so viele Emotionen und immer dieses eine Ziel vor Augen: zurück auf den Platz. Es war kein einfacher Weg. Aber ich habe nie aufgehört, daran zu glauben, dass dieser Moment wieder kommen wird. Danke an meine Familie, die mich durch jeden einzelnen Tag getragen hat. Danke an den TSV 1860 München für das Vertrauen und an euch Löwen für den Rückhalt, den ich in dieser Zeit gespürt habe. Heute wieder auf diesem Rasen zu stehen, bedeutet mir mehr, als Worte beschreiben können. Manchmal zeigt sich erst in den schwersten Zeiten, wie sehr man etwas wirklich will. 9 Monate später bin ich wieder da. Dankbarer. Stärker. Hungriger. Und mit dem Blick nach vorne.“