Regionalliga-Reform: NOFV fordert schnelle Gespräche
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 12.08.2026 15:13
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
BFV-Präsident Christoph Kern wollte sich auf Anfrage zu den Vorwürfen aus der Hauptstadt nicht äußern, die Pressestelle verwies auf ältere Aussagen aus dem Haus des Fußballs in der Brienner Straße, darunter diese: “Ich bleibe dabei: Es braucht eine nachhaltige Lösung!“
Doch wie geht es jetzt konkret weiter? Das steht weiterhin in den Sternen. Der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) will sich mit dem Scheitern der Reform jedenfalls nicht abfinden – und erhöht jetzt den Druck auf den DFB.
In einem an DFB-Präsident Bernd Neuendorf gerichteten Brief fordert der NOFV einen „zeitnahen gemeinsamen Gesprächstermin mit den beteiligten Verbänden und Entscheidungsträgern“. Dabei sollen alle realistischen Modelle ergebnisoffen auf den Tisch: allen voran das im Nordosten bei der Abstimmung der Vereine deutlich favorisierte Kompassmodell, aber auch eine Neuordnung der Regionalligen oder eine Aufstockung der Dritten Liga auf 22 Mannschaften mit fünf direkten Aufsteigern. Keine Variante soll von vornherein ausgeschlossen werden.
Und der NOFV denkt offenbar noch einen Schritt weiter: Der Verband prüft, einen Antrag auf einen außerordentlichen DFB-Bundestag zu stellen, um dem Reformwillen der Vereine auch politisch mehr Gewicht zu verleihen. Nach Angaben des Verbandes haben sich im NOFV-Gebiet 97,4 Prozent der abstimmenden Vereine für eine Veränderung der bestehenden Aufstiegsregelung ausgesprochen. Gleichzeitig verweist der Verband auf die aktuellen friedlichen Protestaktionen von Vereinen und Fans.
Interessant aus Giesinger Sicht: Ausgerechnet die Löwen-Fans halten sich bei diesem Thema bislang auffällig zurück.
Dabei müsste die Aufstiegsfrage eigentlich jeden Sechzger interessieren, der von einer möglichst schnellen Rückkehr in den Profifußball träumt. Denn auch in der Regionalliga Bayern gilt weiterhin: Meister werden heißt noch lange nicht aufsteigen. Sollte der TSV 1860 die Regionalliga Bayern als Meister oder bestplatzierte aufstiegsberechtigte Mannschaft abschließen, müsste er in die Relegation gegen den Vertreter aus dem Norden. Zwei Spiele könnten dann über die Rückkehr in die Dritte Liga entscheiden – oder über ein weiteres Jahr Viertklassigkeit.
Der deutsche Meister von 1966 kennt dieses Spielchen nur zu gut: Nach dem Regionalliga-Titel 2018 musste die Mannschaft von Daniel Bierofka ebenfalls in die Relegation. Damals ging es gegen den Südwest-Vertreter 1. FC Saarbrücken. Nach einem 3:2 im Hinspiel und einem dramatischen 2:2 im Rückspiel gelang die Rückkehr in die Dritte Liga.
