Fünf Spiele in 19 Tagen: Wohin steuern die Startup-Löwen?
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 10.08.2026 09:25
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Auf dem Platz ging es tatsächlich richtig los – allerdings nur für eine Halbzeit. Am Ende musste sich der TSV 1860 mit einem enttäuschenden 2:2 gegen den FC Augsburg II begnügen. Nach zwei Spielen haben die Löwen gerade einmal zwei Pünktchen auf dem Konto. Zu wenig für die eigenen Ansprüche. Die Löwen, die sich auf die Namen einiger Rückkehrer verlassen, müssen aufpassen, dass sie vor lauter Selbstfeiern das Kerngeschäft nicht aus den Augen verlieren. Das war an der Grünwalder Straße 114 in der Vergangenheit schon immer ein gefährlicher Punkt.
Doch die neue Löwen-Welt hat auch ihre publizistischen Unterstützer. Die „Süddeutsche Zeitung“ titelt beispielsweise: „Freiheit ist das Einzige, was zählt.” Untermauert wird diese Überschrift unter anderem mit folgender Passage: „Der TSV 1860 ist in die vierte Liga abgestürzt, doch beim ersten Heimspiel der Saison taumeln die Fans vor Glück durch Giesing. Das Ergebnis ist ärgerlich, doch es geht um etwas ganz anderes.“
Gefeiert wird die vermeintliche Befreiung von Investor Hasan Ismaik. Dabei war 1860 nie eingesperrt – der Klub verließ sich vielmehr über Jahre auf das Geld aus Abu Dhabi. Das ist jetzt anders. Und genau deshalb gibt es auch keine Alibis mehr. Die Verantwortlichen, allen voran Mang, Thomas Probst und Manfred Paula, müssen selbst liefern – und damit auch die alleinige Verantwortung für Erfolg oder Misserfolg tragen.
Führungsriege, Mannschaft, Kaderzusammenstellung, Stimmungslevel & Kompetenz: Welche Note geben Sie den Startup-Löwen nach dem Stotterstart in die Regionalliga Bayern?
Schon die nächsten Wochen werden zeigen, wie belastbar die neue Löwen-Welt sportlich tatsächlich ist. Innerhalb von nur 19 Tagen stehen für die Startup-Löwen von Trainer Alper Kayabunar fünf Pflichtspiele auf dem Programm.
Morgen tritt 1860 in der zweiten Runde des Toto-Pokals im mittelfränkischen Wendelstein an (18 Uhr, db24-Ticker). Drei Tage später muss der Zwangsabsteiger zum verlustpunktfreien Regionalliga-Tabellenführer nach Memmingen (14. August, 19 Uhr). Danach stecken die Löwen bereits mitten in der Englischen Woche: Am 18. August geht es nach Aubstadt, vier Tage später wartet in der ersten Runde des DFB-Pokals Holstein Kiel (22. August). Anschließend darf die Mannschaft ein wenig durchschnaufen, ehe am 30. August Regionalliga-Aufsteiger Landsberg ins Grünwalder Stadion kommt.
Spätestens danach dürfte klarer sein, in welche Richtung es für den TSV 1860 in dieser Saison geht – und ob Präsident Mang dann wieder zum Mikrofon greift, um der Kurve etwas zu verkünden. Denn so schön die neue Freiheit für viele Löwen vielleicht auch sein mag: Am Ende wird auch sie ausschließlich an Ergebnissen gemessen.
