1860-Fans sorgen für ICE-Stopp in Dachau
- VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)
- 03.08.2026 09:03
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VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)
Die Stellungnahme der Bundespolizei liest sich am Montagmorgen so: “Am Samstagabend führte die Meldung über eine randalierende Fangruppe in einem ICE zu einem größeren Polizeieinsatz am Bahnhof Dachau. Nach umfangreichen Überprüfungen konnten jedoch keine Straftaten oder Sachbeschädigungen festgestellt werden. Gegen 21:20 Uhr informierte die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn die Bundespolizei über eine Gruppe von zunächst 15 bis 20 Fußballfans im ICE 681 auf dem Weg nach München, welche im Zug randalieren sollen. Der ICE wurde daraufhin außerplanmäßig am Bahnhof Dachau auf Gleis 4 angehalten. Die Bundespolizeiinspektion München entsandte insgesamt sieben Streifen zum Einsatzort. Zudem unterstützten zahlreiche Streifen des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord aus den umliegenden Landkreisen. Vor Ort überprüften die Einsatzkräfte das Bordbistro, befragten das Zugpersonal sowie anwesende Fans des TSV 1860 München. Dabei ergaben sich keine Hinweise auf Sachbeschädigungen oder sonstige Straftaten. Nach den bisherigen Erkenntnissen hatten mehrere Fans im Bordbistro lautstark Fangesänge angestimmt sowie mit den Händen gegen Wände, Scheiben und die Decke geschlagen. Das Zugpersonal befürchtete daraufhin mögliche Sachbeschädigungen und verständigte vorsorglich die Polizei. Die Gruppe, die nach Einschätzung der Einsatzkräfte mittelgradig alkoholisiert war, wurde zur Ruhe ermahnt. Gegen 22:00 Uhr setzte der ICE seine Fahrt unter Begleitung von neun Bundespolizeibeamten in Richtung München Hauptbahnhof fort.”
Vorbildlich verhielten sich dagegen die rund 4.000 Löwen-Anhänger - anders als die Heimfans - im Schweinfurter Sachs-Stadion. Nachdem BFV-Präsident Christoph Kern im Vorfeld beim Thema Pyrotechnik eine Nulltoleranz-Politik angekündigt hatte, verzichteten die Ultras vollständig auf Fackeln, Raketen und Bengalos. Ihnen dürfte bewusst gewesen sein, dass jede Geldstrafe die neue Spielbetriebs-GmbH in ihrer schwierigen wirtschaftlichen Situation empfindlich treffen würde. Zum Vergleich: In der vergangenen Saison summierten sich die Pyro-Strafen der Löwen auf knapp 200.000 Euro – damals noch zulasten der KGaA.
