Kayabunar testet heute seine Startelf für den Ernstfall - Schwabmünchens Sportdirektor Bock: "Mein Löwen-Herz blutet"
- VON OLIVER GRISS UND FOTO (PRIVAT)
- 26.07.2026 09:40
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VON OLIVER GRISS UND FOTO (PRIVAT)
Es ist davon auszugehen, dass Kayabunar weitgehend jene Mannschaft aufbietet, die eine Woche später auch in Schweinfurt beginnen wird. Derzeit deutet vieles darauf hin, dass Vitus Eicher das Tor hütet. Die Viererkette dürfte aus Felix Weber, Lasse Faßmann, Lance Fiedler und Julian Bell bestehen. Vor der Abwehr sind Samuel Althaus, Raphael Wach und Loris Husic vorgesehen. Auf den Flügeln werden Cristian Leone (rechts) und Emre Erdogan (links) erwartet, während Florian Niederlechner im Sturm gesetzt ist.
Wie groß ist Dein Vertrauen in die aktuelle 1860-Führung?
Ob Neuzugang Michael Eberwein, der von Borussia Dortmund II kam, bereits spielberechtigt ist, könnte sich kurzfristig entscheiden. Die Tendenz geht allerdings eher dahin, dass die Partie für ihn noch zu früh kommt. Weiterhin keine Option ist Mittelfeldstratege Tunay Deniz, der bislang nur einzelne Teile des Mannschaftstrainings absolvieren kann. Der gebürtige Berliner hatte sich im September 2025 beim 3:0-Erfolg über Aufsteiger Energie Cottbus einen Kreuzbandriss zugezogen.
Auch mit dem momentanen Wappen kann ich mich nicht identifizieren
Dass die erste Mannschaft der Löwen heute in Schwabmünchen gastiert, freut den Sportdirektor des Gastgebers ganz besonders: Manfred Bock (61) ist seit Jahrzehnten glühender 1860-Fan. Er erlebte die großen Zeiten in den 90er-Jahren mit Präsident Karl-Heinz Wildmoser und Trainer Werner Lorant, den Durchmarsch von der Bayernliga bis in den Europapokal. Den Zwangsabstieg hat ihn jedoch tief getroffen. Von neuer Euphorie ist bei ihm noch wenig zu spüren. „Mein Löwen-Herz blutet, auch mit dem momentanen Wappen kann ich mich nicht identifizieren“, sagt der Schwabmünchner Funktionär. „Nach 50 Jahren Vereinstreue war ich kurz davor, zu brechen. Aber letztlich habe ich mir geschworen: Einmal Löwe, immer Löwe.“
Auf welcher Seite des seit Jahren schwelenden Konflikts steht Bock? „Ich bin der klassische Löwen-Fan: Ich stehe in der Mitte.“ Die finanziellen Probleme des Klubs führt er vor allem auf den Bau der Allianz Arena zurück: „Das war aus meiner Sicht Größenwahn. Danach ging es nicht mehr ohne Investor. Natürlich wäre mir ein regionaler lieber gewesen. Ich hoffe, dass dieser Urknall mit dem Zwangsabstieg bei jedem angekommen ist. Denn Sechzig gehört mindestens in die Zweite Liga. Die Fans sind das große Kapital unseres Vereins.“
Dass die Löwen heute mit ihrer ersten Mannschaft in Schwabmünchen antreten, sieht Bock gelassen: „Es wird ja keine Regel gebrochen. Auch wir unterstützen unsere zweite Mannschaft immer wieder. Außerdem darf man den wirtschaftlichen Aspekt nicht außer Acht lassen.“ Der 61-Jährige hofft deshalb auf eine große Kulisse: „Wir haben drei Kassen geöffnet, außerdem gibt es zwei Grillstände.“
