Nach Pyro-Fiasko in Schweinfurt: 1860-Ultras sprechen von einem "Desaster"
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 23.07.2026 09:21
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Unterdessen hat die Fanszene am Mittwoch auf ihrem Kanal “Münchner Löwen” einen bemerkenswert offenen Rückblick auf ihren größten Pyro-Fehltritt der letzten Jahre veröffentlicht. Gemeint ist das 1:1 am 2. Mai 2026 in Schweinfurt, als ausgerechnet die eigene Zaunfahne Feuer fing. “Servus Löwen-Fans, am 2. Mai 26 fand das vorletzte Auswärtsspiel der vergangenen Saison unserer Löwen in Schweinfurt statt. Obwohl es sportlich um nichts mehr ging, sollte der Tag ursprünglich anders in Erinnerung bleiben, als er es schlussendlich tat…Nach einer erfolgrein durchgeführten Choreo zu Beginn des Spiels sollte eine weitere optische Aktion folgen, bei der erneut Pyrotechnik eingesetzt wurde. An dieser Stelle nahm der Tag für uns eine katastrophale Wendung. Durch eigene vermeidbare FEhler fing unsere ‘Mein Verein für alle Zeit’-Fahne Feuer. Ein Worst Case konnte durch Einschreiten verhindert werden. Trotzdem müssen wir bei dem entstandenen Schaden von nichts anderem als einem Desaster sprechen. Als uns vor Ort das Ausmaß der Situation bewusst wurde, war ein weiterer organisierter Support für uns unmöglich geworden, wir stellten diesen ein und verließen daraufhin den Gästeblock.”
Und diese Fahne war für die Ultras identitätsstiftend. “Seit der Rückkehr in unsere Heimat nach Giesing thront diese Fahne über den Stimmungsblöcken der Westkurve G und H. Sie steht für die damalige Aufbruchstimmung, die Rückkehr ins Sechzgerstadion und sollte der Situation des Zwangsabstiegs trotzen. Für viele, besondersfür die Fanszenengeneration dieser Zeit, ist sie ein Symbol, mit dem wir uns alle - egal welcehr Gruppenzugehörigkeit - identifizieren. Umso schlimmer war und ist es, dass wir es selbst waren, die für den Schaden verantwortlich sind, den dieses Symbol genommen hat.”
Und: “Als organisierte Fanszene haben wir den Anspruch an einen verantwortungsbewussten und respektvollen Umgang mit Pyrotechnik, unserem Material und anderen Löwenfans. Dieser Verantwortung sind wir nicht gerecht geworden.”
Starke und ehrliche Worte, die nicht selbstverständlich sind.
Nach dem Vorfall war die Fahne nicht mehr im Grünwalder Stadion zu sehen - jetzt soll es trotz dieses Missgeschicks zu einem Comeback kommen. “Wir können und wollen nicht auf dieses Symbol verzichten. Vor allem nicht in einer Zeit, in der sich unser Verein befreit und selbstbestimmt nach vorne schaut. Eine Zeit, die schwierig für uns alle wird und gleichzeitig eine solche Euphorieauslöst. Egal, was vorher war, und egal, was noch passiert. Mein Verein für alle Zeit.”
