Weniger Spiele, weniger Attraktivität - der Dauerkarten-Preis fürs Grünwalder ist das Thema bei den Fans
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 17.07.2026 09:48
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Unter dem Titel “Handlungsbedarf” schrieb die Vereinsführung: “Der Ticketverkauf für die Regionalliga-Saison 2026/2027 wird künftig nicht mehr über den Ticketshop der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA, sondern über den neuen Ticketshop der TSV München von 1860 Spielbetriebs-GmbH abgewickelt.” Weiter heißt es: “Aufgrund datenschutzrechtlicher Vorgaben ist eine automatische Übertragung der bestehenden Ticketkonten vom KGaA-Shop auf den neuen Shop leider nicht ohne Weiteres möglich. Als e. V. haben wir keinen Zugriff auf die Kontodaten des KGaA-Shops und sind auch nicht zur Nutzung dieser Daten berechtigt. Wir sind daher auf eure aktive Mithilfe angewiesen.”
Das Vorverkaufsrecht für Dauerkarteninhaber läuft bis zum 20. Juli, 17 Uhr. Damit der Dienstleister LMS die Ticketkonten migrieren kann, müssen die Fans die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA ausdrücklich zur Datenübertragung autorisieren.
Wenige Stunden zuvor hatte 1860 die neuen Dauerkartenpreise veröffentlicht – und das Echo vieler Fans fällt deutlich kritischer aus, als sich der Verein wohl erhofft hatte. Denn von jenem Entgegenkommen, das Präsident Gernot Mang auf der Mitgliederversammlung angekündigt hatte (“Die Fans, die diesem Verein vertrauen, werden wir nicht im Stich lassen”), fühlen sich zahlreiche Anhänger bislang nicht abgeholt. Schließlich hatten viele ihre Dauerkarten bereits bei der damaligen KGaA, die sich der e.V. und Hasan Ismaik teilten, erworben. Das überwiesene Geld sehen sie womöglich nie wieder…
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Zwar spricht der Verein von einer deutlichen Vergünstigung gegenüber den ursprünglich kalkulierten Drittliga-Preisen. Bei genauerem Hinsehen relativiert sich diese Aussage jedoch. Die Regionalliga bietet nicht nur sportlich weniger attraktive Gegner, sondern umfasst auch lediglich 18 statt 19 Heimspiele. Oliver Trautmannsberger schrieb auf dem e.V.-Kanal: “Jetzt ohne groß zu mecker, aber für Regionalliga sind. das schon hohe Preise.” Bernhard Petermeier ärgert sich: “Die meinen wirklich, sie spielen in der Ersten Liga mit den Preisen.” Und Mirko Müller meinte: “Zweitliga-Preise in der Vierten Liga.” Michael Spragella wird deutlicher: “Es ist ne Sauerei, was ihr mit den Mitgliedern macht. Stadionmiete 500.000 Euro und ne U21-Mannschaft - Preise aufrufen, wie weiß der Geier wer. Momentan seid ihr nicht besser als die Politik. Ich bin raus und gebe meine Dauerkarte zurück.”
Der Stehplatz in der Westkurve kostet umgerechnet 15,83 Euro pro Spiel – das sind 1,54 Euro weniger als in der Dritten Liga. Auf der Haupttribüne sinkt der Preis pro Partie von 35,53 auf 32,72 Euro, also um 2,81 Euro. Die größte Reduzierung gibt es in der Stehhalle: Dort fällt der Preis pro Heimspiel von 34,74 auf 31,06 Euro – ein Minus von 3,69 Euro.
db24 meint: Über Jahre wurde bei der Diskussion um die Ticketpreise für das Grünwalder Stadion immer wieder auf Hasan Ismaik und die ungeliebte KGaA verwiesen. Die nun veröffentlichten Preise zeigen jedoch, dass die wirtschaftlichen Zwänge unabhängig von den handelnden Personen bestehen. Wer 1860 finanzieren will – selbst in der Regionalliga –, kann die Eintrittspreise offenbar nicht beliebig senken, zumal das TV-Geld von rund 1,3 Millionen Euro weggebrochen ist. Die jetzt vorgestellte Kalkulation legt nahe, dass der finanzielle Spielraum deutlich kleiner ist, als viele Fans vermutet haben. So bleibt die Erkenntnis: Der “Neustart” bringt zwar eine neue Gesellschaft – die wirtschaftlichen Realitäten sind jedoch fast dieselben geblieben.
