Ismaik teilt DFB-Urteil: "Warum wurde kein Antrag auf Fristverlängerung gestellt?"
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 11.07.2026 12:05
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Und Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik macht nicht den Anschein, dass er demnächst einlenken wird - zu viele Themen beschäftigen ihn. Am Samstagmittag hat er einen neuen Post auf seinen Social Media-Kanälen veröffentlicht. Es geht um das Urteil des DFB-Bundesgerichts vom 8. Juli.
Ismaik schreibt: “Ich kann viele von euch verstehen. Tag für Tag beschäftigen wir uns mit Themen, die nur wenig mit dem eigentlichen Grund unserer Leidenschaft zu tun haben: dem Fußball des TSV 1860 München. Ich habe die Berichterstattung in den Münchner Zeitungen mit Interesse verfolgt und die Entscheidung vollständig gelesen. Ein sehr wichtiger Punkt in der Entscheidung des DFB-Bundesgerichts verdient besondere Aufmerksamkeit: Besonders aufgefallen sind mir die Ausführungen auf den Seiten vier und fünf der Entscheidung. Das Gericht stellt fest, dass es aus seiner Sicht rechtliche Schritte gegeben hätte, die vor dem Verlust der Lizenz hätten ergriffen werden können, darunter: ein Antrag beim DFB auf Verlängerung der Frist und gleichzeitig ein Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz vor den ordentlichen Gerichten im Zusammenhang mit der Zustimmung des e.V.”
Ismaiks Vorwurf in Richtung 1860: “Das Gericht bestätigt, dass beide Schritte möglich und zumutbar gewesen wären. Dennoch wurden sie nicht ergriffen. Hier beginnen die Fragen — Fragen, auf die meiner Meinung nach jedes Mitglied und jeder Fan des TSV 1860 München eine Antwort verdient: Warum wurde kein Antrag auf Fristverlängerung gestellt? Warum wurde kein einstweiliger Rechtsschutz beantragt? Wer hat entschieden, diese rechtlichen Möglichkeiten nicht zu nutzen? Wer trug in diesem entscheidenden Moment die Verantwortung? Und welche Rolle spielte Geschäftsführer Manfred Paula? Hatte er die Befugnis, diese Schritte einzuleiten, oder lag die Entscheidung bei jemand anderem?”
Was im Urteil auch steht: Ismaik hätte die offene Summe von 2,3 Millionen Euro auf einem DFB-Konto hinterlegen können - ganz ohne die Geschäftsführung und die Gremien.
Zusammenfassend erklärt Ismaik: “Ich sage nicht, dass diese Schritte den Erhalt der Lizenz garantiert hätten. Das hat auch das Gericht nicht gesagt. Aber es hat etwas anderes gesagt: dass diese Schritte möglich gewesen wären und hätten ergriffen werden können. Allein das wirft eine berechtigte Frage auf:
Wenn diese Möglichkeiten bestanden, warum wurden sie nicht genutzt? Das ist keine Anschuldigung. Es ist eine berechtigte Frage. Und sie verdient eine klare Antwort.Transparenz beginnt nicht erst, wenn eine Krise vorbei ist. Sie beginnt während der Krise.”
Ismaiks besonderer Antrieb scheint inzwischen die lückenlose Aufklärung seines gescheiterten Investments zu sein: “Ich glaube, dass die Fans des TSV 1860, die Gläubiger, die Sponsoren und alle, die von dem Geschehen betroffen sind, das Recht haben zu erfahren, wie die Entscheidungen getroffen wurden, die den Klub an diesen Punkt gebracht haben. Ich versichere euch, dass meine Beauftragten diese Punkte weiterhin sehr sorgfältig prüfen werden und dass diese Fragen zur gegebenen Zeit vor den zuständigen Stellen aufgeworfen werden. Denn die Wahrheit schadet niemandem. Unklarheit aber schadet allen.”
Klar ist nur eines: Es dürfte kein normales zweites Halbjahr bei 1860 München werden.






