AZ-Bericht: "1860-Bosse arbeiteten schon vor Jahren an Insolvenzplänen"
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 29.06.2026 08:56
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Jetzt titelt die “Abendzeitung”: “Um Ismaik loszuwerden: 1860-Bosse arbeiteten schon vor Jahren an Insolvenzplänen.” Und weiter: “Nach exklusiven AZ-Informationen haben die Löwen 2019 daran gearbeitet, Investor Ismaik mittels einer Insolvenz loszuwerden - und kalte Füße bekommen. Der drohende Ruin begleitet 1860 schon länger.”
Das Blatt wird noch konkreter: “2019 – Sechzigs geheimer Insolvenzplan, der nicht in die Tat umgesetzt wird: Nach exklusiven AZ-Informationen soll der Stammverein im November 2019 tatsächlich den Plan gefasst haben, Ismaik loszuwerden. Demnach soll bereits ein Treffen mit der Vereinsführung, einem interessierten Investor und einer spezialisierten Anwaltskanzlei stattgefunden haben. Der Deal soll damals allerdings geplatzt sein, weil Teile der Klubbosse kalte Füße bekommen haben.” Auf “AZ”-Anfrage wollte der ehemalige Präsident Robert Reisinger keine Stellung beziehen. Er sagte lediglich:”Ich genieße den Sonnenschein und das Leben ohne Löwen-Stress.”

Bereits im Jahr 2017, wenige Augenblicke nach dem verlorenen Relegationsspiel gegen Jahn Regensburg und dem Zweitliga-Ende, soll Verwaltungsrat Robert von Bennigsen in einer schnell einberufenen Krisensitzung zum damaligen Präsidenten Peter Cassalette gesagt haben: “Peter, du kannst bleiben! Aber ab sofort gegen Hasan. In sechs Monaten sind wir ihn los…”
Cassalette wollte sich das nicht mehr antun - trat zurück. Plötzlich war im Klub das Gegengewicht weg und so wurde aus einem zwanghaften Miteinander eine Politik der Nadelstiche, was auch eine vom Fachblatt “kicker” geleakte Email aus dem November 2017 aus dem Verwaltungsrat beweist.
db24 schrieb im Januar 2018: Das Fußball-Magazin “kicker” hat exklusive Informationen, dass die Löwen an einem Frieden mit Investor Hasan Ismaik nicht mehr interessiert sind - das geht aus einer brisanten E-Mail von Verwaltungsratschef Dr. Markus Drees aus dem November hervor, die dem “kicker” vorliegt. Nachdem der Verein für das Rechtsgutachten der Kanzlei Imbeck (Kosten im hohen fünfstelligen Bereich) von einer Kündigung des Kooperationsvertrages abriet, schrieb Diplomchemiker Drees, dass der TSV 1860 als Antwort jetzt “eine Politik der Nadelstiche gegen Hasan Ismaik” fahren werde. Diese Formulierung zeigt, wie der Großteil der aktuellen 1860-Führungsriege wirklich tickt. Eine Versöhnung mit dem Mehrheitsgesellschafter ist wohl nicht mehr erwünscht.
Wenige Monate zuvor hatte Ulla Hoppen auf der Mitgliederversammlung im Juli 2017 einen brisanten Antrag eingereicht: Die Kündigung des Kooperationsvertrages aufgrund einer angeblichen Pflichtverletzung. Die Mitglieder votierten für die Kündigung des Kooperationsvertrages an der Grünwalder Straße 114. Der Boulevard titelte: “1860 trennt sich von Ismaik.” Es dauerte nicht lange, bis der Antrag zurückgezogen wurde - die Kosten für die Prüfung lagen angeblich in einem hohen fünfstelligen Geldbereich.
Im Juli 2018 erklärte die damalige Verwaltungsrätin Verena Dietl, heute Sportbürgermeisterin der Stadt München, gegenüber der “AZ”: “Man hat in der Vergangenheit bei Sechzig erlebt, dass man ein zerstrittener Haufen ist. Wir haben uns natürlich zusammengeschlossen und gesagt, dass wir eine kritischere Haltung gegenüber dem Investor aufbauen.”
Die “AZ” schreibt aber auch: “2026 – Ismaik kündigt Darlehensverträge, der e.V. den Kooperationsvertrag: Ein gravierender Unterschied zu 2017 oder 2019: Ismaik hat sich durch seine Darlehenskündigung angreifbar gemacht. Der vermeintliche Masterplan des e.V. gegen Ismaik dürfte also eher aus der Not heraus geboren sein, weil der TSV 1860 schlicht seit Jahrzehnten Geldnöte hat - und der jüngste Clinch eine Einigung mit dem eigenen, ungeliebten Geldgeber nicht mehr zugelassen hat.”
Dass die “AZ” in ihrer aktuellen Berichterstattung Vorgänge bei 1860 hinterfragt, scheint nicht allen Fans zu gefallen. “big4sty” antwortete auf Social Media: “Was ist denn das für eine Schlagzeile? Natürlich muss ein Klub alle Eventualitäten durchrechnen und vorbereitet sein. Man hat ja gesehen, wie unzuverlässig HI ist. Die AZ ist für mich ab jetzt gestorben.” Und Daniel Stocklmaier meinte: “Also wenn das stimmt, ist das eine ehrenhafte Neuigkeit. Danke.” Und Heinz Schmidt, nicht zu verwechseln mit dem Vize, schrieb: “Oh weh, wie tief ist die AZ gefallen.” Und ein gewisser Alfred Böswald meint: “Wer bezahlt eigentlich die Abendzeitung für diesen gesteuerten Schwachsinn?” Gefährlich…






