VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Beim TSV 1860 München gibt es fast täglich neue Entwicklungen: Inzwischen ist auf der Webseite der angeschlagenen Fußballfirma eine weitere Veränderung zu sehen: Nicht mehr im Aufsichtsrat werden Nicolai Walch und Sebastian Seeböck aufgelistet - im Gegensatz zu Präsident Gernot Mang. Was das zu bedeuten hat, kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen...

Nach dem Insolvenzantrag: Teilen Sie den e.V.-Kurs von Präsident Mang?

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Vor allem dann, wenn Insolvenzverwalter Dr. Max Liebig die KGaA nach dem Insolvenzantrag in der Vorwoche plötzlich wieder ins Laufen bringt - und das Spielrecht zurück in die Fußballfirma holt. In einem Insolvenzverfahren ist vieles denkbar.

Weiterhin im Kontrollgremium der KGaA sind der frühere Pro1860-Boss Herbert Bergmaier, Biel Ballester Relat, Walid El Chabti - und eben Mang vertreten.

Und auch wenn Walch jetzt kein offizielles Amt mehr hat, macht der Rechtsanwalt weiter von sich reden. Nachdem die Fanartikel GmbH, die zu 100 Prozent im Besitz von Hasan Ismaik ist, das neue und durchaus edle Auswärtstrikot in den Social Media-Kanälen anpreiste, schrieb der frühere Oberstdorfer, der zuletzt auf der MV ein T-Shirt der Gruppierung “Blue Vikings” getragen hat: “Ich würde derzeit nichts bei der Merch GmbH kaufen. Keinesfalls würde ich bei Bestellungen finanziell in Vorleistung gehen.” Harter Tobak.

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Gleich rekordverdächtige 26 (!) Likes bekam der Anwalt für seinen Beitrag. Robert Kenneth Kühbandner, der als kritischer Geist bei 1860 bekannt ist, schrieb unter Walchs Post: “Genau, lieber das Geld in den e.V. schmeißen, wo man noch weniger dafür bekommt. Genau mein Humor, Herr RA.”

Walch gilt als absoluter Hardliner gegen den kommerziellen Fußball: Zuletzt postete er sein neues Profilbild: “Football is for you and me - not for fucking industry.” Eine deutliche Botschaft, die bei Sponsoren und möglichen Investoren kaum auf eine ungeteilte Zustimmung stoßen dürfte…

Auf der Mitgliederversammlung vor mehr als einer Woche sagte Walch zudem: “Was HAM und dieblaue24 diesem Verein antun, das ist unverzeihlich. Ich persönlich möchte diese Leute nie wieder bei uns sehen.” Der Eindruck drängt sich auf: Wer bei 1860 nicht im Giesinger Chor mitsingt, wird zum Gegner erklärt.

Der frühere Boulevard-Reporter Michael Graeter, der für den Verwaltungsrat kandidierte, aber nur wenige Stimmen erhielt, reagierte darauf scharf und bezeichnete Walch als “Brunnenvergifter unseres tollen Vereins”.

Walch konterte unmittelbar und sagte: “Sehr geehrter Herr Professor Graeter: Sie wurden in den 2000er Jahren vom Landgericht München wegen Insolvenzverschleppung, Bankrott und Veruntreuung zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, setzten sich anschließend in die Schweiz ab, wurden ausgeliefert und saßen in der Justizvollzugsanstalt Landsberg. Ist das die Qualifikation für den Verwaltungsrat?”