Schuhbeck, Alter Simpl & Türkgücü: Übernimmt Dr. Max Liebig als Insolvenzverwalter 1860?
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 25.06.2026 07:51
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Inzwischen soll der Klub bereits beim BFV den Wunsch hinterlegt haben, dass 1860 zum 1. Spieltag der Regionalliga Bayern (noch) nicht berücksichtigt werden solle - und das dürfte dem Verband gehörig einen Strich durch die Rechnung machen, denn es war vermutlich geplant, dass 1860 eigentlich das Eröffnungsspiel bestreiten sollte. So wie 2017 nach dem Zwangsabstieg, als die Bierofka-Elf schließlich mit einem furiosen 4:1 in Memmingen startete.
Wie geht’s jetzt weiter an der Grünwalder Straße 114? Während ein Teil der Fans den Insolvenzantrag als “Freiheit für Sechzig” feiert, ist die andere Seite emotional und mental am Boden, denn die Löwen wird es in alter Konstellation vermutlich nicht mehr geben. Längst gesichert ist auch nicht, dass 1860 mit der Marke spielt, die den Verein weltweit bekannt gemacht hat - mit dem Löwen im Achteck.
Könnten die Löwen schon jetzt die “alten” Spieler in eine neue Gesellschaft transferieren? Ein Anwalt gegenüber db24: “Die Spieler sind in der Regel durch Arbeitsverträge oder Lizenzverträge an die KGaA gebunden. Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens entscheidet der Insolvenzverwalter, ob diese Verträge fortgeführt oder gekündigt werden. Ein unmittelbarer Transfer der Spieler von der KGaA zur neuen Gesellschaft ist nicht ohne weiteres möglich, da die Spieler zunächst aus ihren bestehenden Verträgen entlassen werden müssen oder diese durch den Insolvenzverwalter gekündigt werden.”
Und: “Erst nach der Freigabe durch den Insolvenzverwalter können die Spieler neue Verträge mit der neuen Gesellschaft abschließen. Ein ‘einfacher’ Transfer ohne Zustimmung des Insolvenzverwalters und ohne Beachtung der arbeitsrechtlichen und insolvenzrechtlichen Vorschriften ist nicht zulässig. Der Insolvenzverwalter ist verpflichtet, die Interessen der Gläubiger zu wahren und kann Assets (dazu zählen auch Spielerrechte) nur im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben veräußern. Insbesondere wenn hier Transfererlöse zu erzielen wären, können die Rechte an den Spielern natürlich nicht einfach transferiert werden, weil dadurch ja das ‘Vermögen’ der KGaA beeinträchtigt würde.”
Allerdings, so der Anwalt, dürfe in den Spielerverträgen geregelt sein, dass im Fall der Insolvenz ein außerordentliches Kündigungsrecht besteht (gleiches könnte gelten, wenn die KGaA kein Spielrecht mehr besitzt) - ein entsprechendes Sonderkündigungsrecht dürfte vermutlich selbst ohne vertragliche Regelung bestehen. Sein Fazit: Spieler wie Xaver Kiefersauer, Damjan Dordan oder Samuel Althaus könnten ihre Verträge bei der KGaA mit sofortiger Wirkung kündigen, um dann frei für die neue Gesellschaft unterschreiben zu können.
Unterdessen wird in Münchner Juristenkreise bereits darüber gesprochen, wer als Insolvenzverwalter bei 1860 einsteigen könnte. Einer der heißesten Kandidaten soll nach db24-Informationen der renommierte Münchner Dr. Max Liebig sein. Der Diplom-Kaufmann, Experte für Insolvenzverwaltung und Strukturierung, ist aus spektakulären Fällen bekannt, u.a. hat Liebig 2021 der Schuhbeck Gruppe wieder eine Zukunft gegeben. 90 Arbeitsplätze konnten gerettet werden. “Es ist ein großer Erfolg und Grund zur Freude für alle Beteiligten, dass es trotz der erschwerten Rahmenbedingungen nunmehr gelungen ist, eine Fortführungslösung zu finden. Denn noch immer kämpfen das Gastgewerbe und der Einzelhandel mit den Folgen der Corona-Pandemie. Nach intensiven Gesprächen mit Interessenten und potenziellen Investoren kristallisierte sich nunmehr eine Lösung heraus, die in Abstimmung mit den Gläubigern und Geschäftspartnern auch umgesetzt werden kann. Sie sieht vor, dass die Schuhbeck‘s Company GmbH die vom Insolvenzverwalter bis zuletzt aufrecht erhaltenen Geschäftsaktivitäten übernimmt“, wird Insolvenzverwalter Dr. Max Liebig auf der Webseite seiner Kanzlei zitiert.
2022 war Liebig auch in das Insolvenzverfahren des damaligen Drittligisten Türkgücü involviert. Der Klub ist kürzlich aus der Bayernliga abgestiegen, plant jetzt den nächsten Neuanfang mit einem neuen Geldgeber. Im Jahr 2024 wurde Liebig zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Münchner Traditions-Wirtshäuser Atzinger und Alter Simpl bestellt. Die beiden Kult-Lokale in Maxvorstadt konnten gerettet werden.
Wird 1860 jetzt der neueste prominente Fall von Liebig? Eine Bestätigung sollte im Laufe des Mittwochs kommen.






