Winkler wird 60: "Die Zeit mit Lorant war die beste"
- VON OLIVER GRISS UND GETTY (FOTO)
- 24.06.2026 11:43
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VON OLIVER GRISS UND GETTY (FOTO)
Wie Winkler seinen Ehrentag verbringt? Gegenüber db24 verriet er: „Ich gehe mit meiner Familie schön essen – und anschließend fahren wir noch ein paar Tage in ein tolles Wellness-Hotel im Chiemgau.“ Vor allem aber ist der ehemalige Angreifer dankbar, dass er gesund ist: „Natürlich zwickt es ab und an. Aber ich klopfe auf Holz, dass es mir gesundheitlich gut geht. Wenn man regelmäßig etwas macht, dann kann man auch fit bleiben – auch mit 60 Jahren.“
Dankbar ist Winkler auch dafür, dass er die Löwen in einer Zeit prägen durfte, die für viele Fans bis heute unvergessen ist: den Durchmarsch von den Niederungen des deutschen Fußballs bis auf die internationale Bühne. Winkler stand damals sogar kurz vor der Berufung in die Nationalmannschaft. „Unsere Zeit war schon unglaublich. Es ist nicht zu glauben, wie lange das schon her ist. Ich bin stolz, dass ich diese Zeit bei 1860 miterleben durfte. Ich denke, wir haben viele Fans mitgenommen. Und für mich ist ein persönlicher Traum in Erfüllung gegangen, dass ich Kapitän bei 1860 in der Bundesliga war. Das ist für mich höher zu bewerten als die deutsche Meisterschaft mit Kaiserslautern. Wir haben uns damals auf jedes Training gefreut – auch wenn es unter Werner Lorant nicht immer einfach war.“
Damals habe ausschließlich der Sport im Mittelpunkt gestanden, erinnert sich Winkler – etwas, das man heute so nicht mehr behaupten könne. „Es war eine stetige Entwicklung, für uns gab es immer nur ein Ziel: besser zu werden. An solche Erlebnisse wie Bundesliga oder Europapokal ist heutzutage leider nicht mehr zu denken. Ich hoffe für den Verein, dass er gute Dinge in Sachen Fußball hinbekommt.“
Dass der TSV 1860 inzwischen Insolvenzantrag stellen musste, schockiert den früheren Publikumsliebling. „Das ist alles sehr tragisch. Ich hoffe, dass man irgendwann gemeinsame Ziele verfolgen kann. Die Zeit mit Lorant war die beste.“
Welche Hoffnung macht Winkler den treuen Löwen-Fans? „Ich bin gesellschaftsrechtlich nicht so bewandert. Ich wünsche mir, dass es wenigstens in der Regionalliga weitergeht – und das ist schlimm genug. Und du hast keine Garantie, dass du sofort wieder aufsteigst.“
Wer trägt aus seiner Sicht die Verantwortung für den Total-Absturz des Traditionsvereins? Auch hier findet Winkler klare Worte: „Es ist nie einer allein verantwortlich für die Situation, die man jetzt vorfindet. Ich sehe es wie bei einer Fußball-Mannschaft: Da ist auch nicht der Torwart schuld, dass man 0:1 verliert. Man gewinnt und verliert als Team – und das haben sie nie zusammen hinbekommen. Sie hatten nie den gemeinsamen Erfolg im Auge. Ich habe mal zu einem Geschäftsführer gesagt: Es gibt einen großen Unterschied zwischen ‚bei einem Verein arbeiten‘ und ‚für einen Verein arbeiten‘.“
Mit Spannung verfolgt der frühere Kapitän auch die Diskussion um ein neues Stadion in Giesing. „Wenn ich die Zahlen lese, was so etwas kostet, frage ich mich: Wissen die alle mehr als wir? Die Stadt ist pleite - und das Land wird auch nicht unbedingt einen Regionalligisten unterstützen.“






