Vor 16 Jahren scheiterte eine Machbarkeitsstudie fürs Grünwalder: Warum geht's jetzt?
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 21.06.2026 06:33
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Der TSV 1860 unter der Leitung von Präsident Gernot Mnag hat eine Machbarkeitsstudie fürs Grünwalder Stadion in Auftrag gegeben - und siehe da: Kurz vor der Mitgliederversammlung ist sie enthüllt worden. Mit einem durchaus positiven Ergebnis: Die neue Kultstätte kann erstliga- und zweitliga-tauglich mit 27.000 (inklusive 2.000 Business Seats und Logen) gebaut werden - das ist zumindest das Fazit der holländischen Architektengruppe. Allein die Westkurve soll Platz für 13.000 Löwen bieten - eine schöne Vorstellung allemal.
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Es gibt zwei entscheidende Fragen dazu: Bekommt man hierfür eine Baugenehmigung - und: Wer bezahlt den Spaß? Veranschlagt werden für dieses Projekt offenbar 125 Millionen Euro. Ob das reicht?
Präsident Mang will heute ab 10 Uhr auf der Mitgliederversammlung (Einlass ab 8.30 Uhr) weitere Details zu den Planspielen bekanntgeben.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Sechzger eine Machbarkeitsstudie fürs Grünwalder Stadion eingereicht haben. Bereits 2010 versuchte es die “Projektgruppe Stadionzukunft” um den früheren Aufsichtsrat Christian Waggershauser - und scheiterte. Christian Ude, der damalige Münchner Oberbürgermeister, meinte: “1860 hat sehr umfangreiche und sehr seriöse Arbeiten vorgelegt. Aber der Verein hat drei Hürden nicht überwinden können. Wobei die Entlassung aus der Allianz Arena sogar möglich zu sein scheint. Aber es gab noch keine Verhandlungen mit dem FC Bayern über Zeitpunkt und Konditionen. Das Gravierendste ist, dass eine Finanzierung nicht dargestellt werden konnte. Da wäre öffentliche Hilfe nötig gewesen, die aber für den Profifußball nicht gewährleistet werden kann. Die planerischen Überlegungen waren faszinierend und haben durchaus Anklang gefunden. Sie sind aber eindeutig als Neubau zu bewerten. Die planungsrechtlichen und lärmschutztechnischen Vorgaben sind daher nicht einzuhalten. Die Umbaumaßnahmen hätten brutto über 50 Millionen Euro betragen. Und dann kam noch heraus, dass vier Brückenbauwerke errichtet werden müssen, die bei der Baukostenberechnung nicht berücksichtigt waren. Eine städtische Bürgschaft, die 35 Millionen hätte schwer sein sollen, kam aus Rechtsgründen nicht in Betracht.”
Rainer Beeck, zu dieser Zeit Präsident, erklärte: “Wir meinen, dass wir dieses Projekt hätten angehen können. Leider konnte die Stadt in baurechtlichen Fragen uns nicht soweit folgen, dass sie den Stadtratsbeschluss tatsächlich revidieren wollte.“ Sein Vize Franz Maget fügte hinzu: Franz Maget: „Ich habe die Chance für dieses Projekt von Anfang auf zehn Prozent geschätzt. Die städtische Bürgschaft wäre nötig gewesen, um die Darlehenskonditionen für uns erträglich zu machen und das ganze Projekt finanzierbar darzustellen. Die Probleme einer Bürgschaft wurden aber sehr stark in den Mittelpunkt gerückt. Die Stadionkommission wird sich noch einmal zusammensetzen und dieses Ergebnis bewerten.“ Und Hans Vonavka, der Sprecher der Fanorganisation Pro1860, bilanzierte: “Das Nein der Stadt ist ein richtiger Magenschwinger für uns. Nicht nur mir kommt es wie eine abgekartete Sache zwischen Ude und dem FC Bayern vor. Warum musste die Sache jetzt gedeckelt werden, warum konnte man die Frist nicht verlängern? Die Argumente der Stadt sind nicht nachvollziehbar. Wenn Sechzig überleben will, dann müssen wir in einem Stadion spielen, das wir uns auch leisten können. In der Arena ist das unter den derzeitigen Bedingungen nicht der Fall. Wenn sich daran nichts ändert, ist es nur noch die Frage, ob die Lichter in zwei oder drei Jahren ausgehen.”
Die Stadt scheint jetzt zumindest mitzuspielen - die Frage bleibt aber: Wie soll ein Projekt, das einen dreistelligen Millionen verschlingen wird, finanziell gestemmt werden? Auf der einen Seite hat die Stadt ein zweistelliges Milliarden-Loch, auf der anderen Seite wird für 1860 die wirtschaftliche Situation nach dem Zwangsabstieg in den Amateurfußball nicht einfacher…
PS: 2019 gab’s eine weitere Machbarkeitsstudie - siehe HIER!






