Baubeginn 2028 geplant: So soll das neue Grünwalder Stadion aussehen
- VON OLIVER GRISS UND FOTO (PRIVAT)
- 19.06.2026 22:02
- 2 Minuten Lesezeit
- 150 Kommentare
VON OLIVER GRISS UND FOTO (PRIVAT)
Rund 200 Menschen aus Giesing und anderen Stadtteilen folgten der Einladung. Manche kamen aus Neugier, andere mit kritischen Fragen – doch die Veranstaltung verlief sachlich und in geordneten Bahnen. Für den TSV 1860 ist die Unterstützung der Anwohner ein entscheidender Faktor. Denn schon eine einzelne Klage könnte das ambitionierte Projekt tillen. Die Löwen wollen deshalb möglichst viele Menschen mitnehmen. Das Grünwalder Stadion soll weit mehr werden als eine Fußballarena – geplant sind unter anderem Cafés, eine Kita und ein Vereinsmuseum als Treffpunkt für den Stadtteil.
Die neue Westkurve soll Platz für 13.000 heißblütige Fans bieten, insgesamt soll das Stadion künftig 25.000 Zuschauer fassen. Baubeginn wäre nach derzeitigem Stand 2028, die Eröffnung ist für 2031 oder 2032 vorgesehen. Während der Bauphase soll der TSV 1860 seine Heimspiele im Olympiastadion austragen.
Die spannendste Frage bleibt jedoch die Finanzierung. Rund 125 Millionen Euro sind kalkuliert. Wer die Entwicklung der Baukosten in Deutschland verfolgt, weiß allerdings, dass Großprojekte selten im ursprünglich geplanten Budget bleiben. Ein Kostenanstieg im zweistelligen Prozentbereich wäre keine Überraschung.
Auch der Zeitpunkt der Präsentation ist bemerkenswert: Nur zwei Wochen nach dem schwarzen Mittwoch und dem Zwangsabstieg stellt der Verein ein Projekt in dreistelliger Millionenhöhe vor. Andererseits braucht Präsident Gernot Mang vor der Mitgliederversammlung am Sonntag greifbare Erfolge. Sollten tatsächlich eines Tages die Bagger am Grünwalder Stadion anrollen, hätte er etwas erreicht, woran viele seiner Vorgänger gescheitert sind. Bis dahin wird allerdings noch viel Wasser die Isar hinunterfließen.
db24 meint: Die vorgestellten Pläne wirken durchdacht und vernünftig. Gelingt es dem TSV 1860 gemeinsam mit der Stadt München, dieses Projekt zu realisieren, wäre das ein Meilenstein für den Verein. Dennoch bleibt die zentrale Frage bestehen: Wie passt das zur aktuellen wirtschaftlichen Realität? Auf der einen Seite fehlt offenbar das Geld, um eine konkurrenzfähige Mannschaft aufzubauen. Auf der anderen Seite träumt der Verein von einem Stadionprojekt für weit über 125 Millionen Euro. Wer soll das bezahlen? Gibt es bereits konkrete Finanzierungszusagen oder Investoren, von denen die Öffentlichkeit noch nichts weiß? Oder ist die Machbarkeitsstudie zunächst vor allem ein Signal für die Zukunft? Visionen sind wichtig. Doch sie müssen am Ende auch finanzierbar sein.






