1860 braucht eine schnelle Lösung - mit einem Weisenrat
- VON OLIVER GRISS
- 18.06.2026 07:55
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VON OLIVER GRISS
Deshalb überrascht es nicht, dass Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause sagt: „Die Kommunen befinden sich in der größten finanziellen Krise seit dem Krieg.“ Und weiter: Die Stadt müsse davon wegkommen, sich „von Jahr zu Jahr zu hangeln“.
Über diesen zweiten Satz bin ich sofort gestolpert. Denn treffender lässt sich auch die Situation beim TSV 1860 München kaum beschreiben. Man hangelt sich von einer Saison zur nächstne. Über Jahre lebte der Klub mit dem Geld von Hasan Ismaik auf Pump – ohne nachhaltig eigene Werte zu schaffen oder die strukturellen Voraussetzungen für eine gesunde Zukunft zu entwickeln. Das Ergebnis ist bekannt: Nach 2017 folgte nun der zweite Zwangsabstieg in den Amateurfußball.
Nach neuen Ismaik-Aussagen: Wer hat 1860 in die Amateurliga geschickt?
Der Unterschied zur Stadt München ist allerdings gravierend: Die Landeshauptstadt wird einen Weg aus ihrer finanziellen Schieflage finden. Bei 1860 hingegen fehlen derzeit offensichtlich die Kräfte, die bereit sind, grundlegend umzudenken und den Verein endlich wie ein modernes Wirtschaftsunternehmen zu führen.
Gerade deshalb braucht der TSV 1860 jetzt schnellstmöglich einen Weisenrat – besetzt mit Persönlichkeiten aus dem Umfeld des Vereins, die nicht spalten, sondern verbinden. Menschen, die persönliche Interessen hinten anstellen und gemeinsam Lösungen entwickeln, um einen der größten Traditionsvereine Deutschlands zu retten. Nicht mit Populismus und gegenseitigen Schuldzuweisungen, sondern mit Kompetenz, Erfahrung und Ergebnissen.
Dass die aktuellen Streithähne dazu offenbar nicht in der Lage sind, liegt auf der Hand. Deshalb braucht es positive Vibes und einen Neuanfang.
Wer könnte einem solchen Gremium angehören? Etwa Fredi Heiß, Bernd Patzke, Hans Reich, Ernst Tanner, Bernhard Winkler, Thomas Miller, Wolfgang Hauner, Wolfgang Schellenberg, Monika Baumgartner, Daniel Bierofka, Felix Porsche, Herbert Diess, Fritz von Thurn und Taxis, Thomas Hirschberger, Klaus Ruhdorfer, Dr. Norbert Reithofer, Norbert Oxee, Ernst Prost, Horst Ott, Otto Steiner, Christian Ude, Stefan Schneider, Michael Köllner, Peter Pacult, Theo Waigel, Benny Lauth, Michael Lerchenberg, Alexander Linster, Martin Gräfer und Thomas Heigl.
Oder auch der Lindauer Wirtschaftsprüfer Karl-Christian Bay und der frühere VW-Aufsichtsrat Saki Stimoniaris – zwei Funktionäre, die in der Vergangenheit für Ausgewogenheit und Verhandlungsgeschick im Verein standen. Seit ihrem Rückzug ist beim TSV 1860 jedenfalls nichts konstruktiver geworden.
Vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, Erfahrung, Vernunft und Sachverstand wieder an einen Tisch zu holen. Denn wenn es nur noch Gewinner und Verlierer gibt, verliert am Ende vor allem einer: der TSV 1860.






