1.000 neue Mitglieder & eine Völler-Nachricht, aber: "Eine Insolvenz steht im Raum"
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 13.06.2026 18:59
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Der Zwangsabstieg in die Regionalliga geht auch an Mang nicht spurlos vorüber. Er wird bei der “PNP” über die Tage vor dem und am schwarzen Mittwoch wie folgt zitiert, als er vor den Fans sprach: “Zwei Tage vor Ablauf der Lizenzierungsfrist erreichte uns dann die Nachricht: Die HAM hat kein Geld mehr, es kommt ein dritter Gesellschafter, der zahlt. Wir wollten natürlich wissen, woher das Geld kommt. Das konnte oder wollte man uns nicht sagen und entsprechend haben wir den vorgelegten Vertrag nicht unterzeichnen können.“ Der Verein hatte laut dem Blatt parallel an einer Alternativfinanzierung gearbeitet und hier vier Millionen Euro anbieten können. Dies habe die HAM-Seite abgelehnt. Mang: „Dann hat man uns zum zweiten Mal nach 2017 in die Regionalliga geschickt.“
Wer trägt die Schuld am Zwangsabstieg des TSV 1860?
Mang stellt sich nach der Kündigung des Kooperationsvertrags auf einen jahrelangen Rechtsstreit mit Hasan Ismaik ein. “Es ist ein langer Weg.” Dass ein Masterplan hinter dem Befreiungskampf stecke, bezeichnete Mang laut “PNP” als “Schwachsinn”. Ismaiks Anwalt Peter Gauweiler sieht das bekanntlich ganz anders.
Wie lange gibt es die KGaA noch? “Eine Insolvenz steht im Raum, es steht aber auch etwas anderes im Raum”, ließ Mang Raum für Spekulationen. Was ihn stört, dass bei 1860 über alles gesprochen wird, nur nicht über den Profifußball. Das hat sich der Sanierer aber auch selbst zuzuschreiben. Er tauschte im Herbst die sportliche Kommandobrücke mit Dr. Christian Werner und Patrick Glöckner aus - und beförderte erst NLZ-Boss Manfred Paula zum Geschäftsführer, und mit Verspätung kam Trainer Markus Kauczinski. Am Ende wurde es Platz 8.
Mang sieht die Schuld aber nicht in seinem Wirken: “Was mich aber immer geärgert hat: Ihr sprecht über Zahlen, Budgets, Compliance, aber nie über das, worum es wirklich geht: um Fußball. Wie wollen wir erfolgreich sein? Der Erfolg von 1860 München war immer ein Nebenschauplatz.“ Ja, Mang redet selbst oft nur vom Lebensgefühl in Giesing, vom Grünwalder und vom FC Bayern. Themen, die die Fußballfans des TSV eher weniger interessieren.
Mang blickt jetzt nach vorne: “Wir haben jetzt die Chance, etwas aufzubauen. Und wenn man diese Möglichkeit hat, muss man sie vernünftig angehen.” Und die Finanzen für eine schlagkräftige Truppe? Mang: “Wenns der e.V. machen würde, dann haben wir das Geld.” Die Machbarkeitsstudie fürs Grünwalder werde laut Mang in zwei Wochen erwartet - nach der Mitgliederversammlung.
Besonders belastet die Fans auch die Situation mit den Dauerkarten. Mang: “Wenn es zu einer Insolvenz kommt, dann ist das Geld weg.”
Immerhin konnte der Reisinger-Nachfolger eine positive Nachricht in den Landkreis Straubing mitbringen: “Wir haben 1.000 Neumitglieder. Worüber ich mich auch sehr gefreut habe, dass Rudi Völler mir eine Nachricht geschrieben hat und meinte: ‘Bitte haltet durch!’” Weit weniger schön ist die Tatsache, dass Mang laut eigener Aussage zuletzt Beleidigungen und Morddrohungen abbekam. Was ihm ebenfalls zu schaffen macht: Seine 18-jährige Tochter habe via Social Media sexuelle Belästigungen über sich ergehen lassen müssen. Ein absolutes No-Go, was aber wiederum zeigt, wie krank diese Löwen-Welt wirklich ist.
Nicht alle Fans, die nach Sankt Englmar kamen, gingen zufrieden nach Hause: “Es gibt weiterhin mehr Fragen als Antworten.”






