Spektakuläre Wende? 1860-Beirat beschließt Vertragsverlängerung von Paula - einstimmig
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 13.06.2026 07:46
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Die Aufarbeitung dieser Entwicklung ist alles andere als einfach. Die Verantwortung allein einem Gesellschafter zuzuschieben, würde der Komplexität der Ereignisse nicht gerecht werden.
Wer trägt die Schuld am Zwangsabstieg des TSV 1860?
Dennoch könnte sich nun eine spektakuläre Wendung ergeben. Wie die “Süddeutsche Zeitung” in ihrer Wochenendausgabe berichtet, soll der Beirat des TSV 1860 bereits drei Tage vor der Kündigung der Darlehensverträge am 21. Mai einstimmig beschlossen haben, den Vertrag von Geschäftsführer Manfred Paula in der KGaA zu verlängern. Für die HAM-Seite sitzen Herbert Bergmaier und Biel Ballester Relat in diesem Gremium, wobei der Spanier sein Stimmrecht an Bergmaier übertragen haben soll.
Sollte sich dieser Vorgang tatsächlich so abgespielt haben, stellt sich zwangsläufig die Frage, weshalb Hasan Ismaik nur wenige Tage später die Darlehensverträge kündigte. Sein neuer Anwalt Peter Gauweiler erklärte in einem von der “Abendzeitung” auszugsweise veröffentlichten Faktenpapier:
„Der Kündigung vorangegangen waren intensive Gespräche zwischen der HAM, dem e. V. und der KGaA, in denen von der HAM die Nichteinhaltung der vertraglichen Verpflichtungen durch die KGaA und Zusagen des e. V. beanstandet, die Beendigung der Darlehensverträge mit der KGaA angekündigt und der Vorschlag der HAM für eine alternative Finanzierung der KGaA mit finanziellen Mitteln besprochen wurden, die von einem externen Investor bereitgestellt werden.“
Diese Darstellung wirft Fragen auf und scheint auf den ersten Blick nur schwer mit einer kurz zuvor beschlossenen Vertragsverlängerung des Geschäftsführers vereinbar zu sein.
Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Die “Abendzeitung” berichtete am Freitag, dass Ismaik ein Kaufangebot über 20 Millionen Euro vorgelegen haben soll – inklusive der Ablösung sämtlicher Darlehen sowie der Übernahme der Fanartikel GmbH. Warum dieser Deal letztlich scheiterte, ist bislang unklar. Nach Informationen von db24 hat dieses Angebot allerdings nichts mit der Hitzlsperger-Gruppe zu tun, die zuletzt ihr Interesse an einem Einstieg bekundet hatte (db24 berichtete exklusiv).
Gleichzeitig verdichten sich an der Grünwalder Straße 114 die Anzeichen, dass der TSV 1860 künftig möglichst ohne Investoren mit Mitspracherechten auskommen und den Verein vollständig selbstbestimmt führen möchte. 1860-Ikone Fredi Heiß warnt jedoch vor einem solchen Kurs. Gegenüber db24 sagt der frühere Meisterspieler: „Alle Verantwortlichen müssen den Fans endlich begreiflich machen, dass es ohne Investoren im Fußball nicht mehr funktioniert. Alles andere ist Romantik.“






