Ismaik-Anwalt Gauweiler kämpft um Drittliga-Lizenz
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 10.06.2026 07:15
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Der Jordanier hat sich dafür prominente Unterstützung gesichert: Peter Gauweiler, Münchner Politik-Ikone und einer der renommiertesten Wirtschaftsrechtler Deutschlands, vertritt künftig seine Interessen.
Für Aufsehen sorgt nun ein Bericht der “Münchner Abendzeitung”. Demnach verfolgt die HAM-Seite eine zweigleisige Strategie. Zum einen habe sie der einseitigen Kündigung des Kooperationsvertrags bereits widersprochen. Zum anderen wolle sie alles daran setzen, den TSV 1860 doch noch in der Dritten Liga zu halten. Obwohl die offizielle Entscheidung des DFB über die Lizenz noch aussteht, sollen sowohl der Verband als auch der Bayerische Fußball-Verband darüber informiert worden sein, dass die Investorenseite im Zweifel gegen eine Nichterteilung vorgehen werde. Zudem stünden die für die Lizenz benötigten rund 2,3 Millionen Euro weiterhin bereit. Die Erfolgsaussichten vor dem DFB-Zulassungsbeschwerdeausschuss dürften allerdings gering sein. Entscheidend ist, dass die Liquiditätslücke bis zum Stichtag am 3. Juni nicht fristgerecht geschlossen wurde.
Präsident Gernot Mang erklärte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk: “Wir sind davon ausgegangen, dass wir eine Einigung erzielen können. Aber dann hat sein Bruder die Verhandlungen abgebrochen, ist vom Verhandlungstisch aufgestanden und hat uns eine E-Mail zukommen lassen und gesagt: ‘Der Deal ist gestorben’.” Mang weiter: “Ich zeige auch in schweren Zeiten Verantwortung. Das erwartet man auch von mir und vom Präsidium, obwohl wir am wenigsten etwas dafür können. Der Investor hat das Darlehen gekündigt, das Geld nicht überwiesen und Verträge gebrochen. Aber wir zeigen Rückgrat.”
Was man dabei wissen muss: Nach db24-Informationen ging die benötigte Summe am sogenannten Schwarzen Mittwoch rechtzeitig auf einem deutschen Konto Ismaiks ein. Aufsichtsratschef Herbert Bergmaier hatte am 3. Juni vor Fans erklärt: “Es gab leider keine Einigung für eine Finanzierung der Dritten Liga. Es lagen am Schluss zwei Verträge vor. Der eine war akzeptabel für den e.V., der andere war akzeptabel für HAM. Beide waren akzeptabel für die KGaA, beide waren akzeptabel für mich und beide waren akzeptabel für Manfred Paula. Die KGaA hat alles versucht, um eine Lösung zu finden. Leider gab es keine Einigung.”
Dass Peter Gauweiler nun Hasan Ismaik vertritt, kann Mang nach eigenen Worten überhaupt nicht nachvollziehen. Gegenüber dem BR sagte er gestern: “Wir haben es auch heute erfahren. Ein bisschen mit Kopfschütteln muss ich dazu sagen: Ein ehemaliger CSU-Politiker vertritt Werte und Tradition – und jetzt vertritt er jemanden aus dem Middle East und geht gegen einen der traditionsreichsten Vereine Deutschlands vor. Da passt irgendwas nicht zusammen.”
Der “Münchner Merkur” bewertet die Personalie deutlich nüchterner: “Denn Gauweiler gilt als einer der erfahrensten und kompromisslosesten Anwälte des Landes. Im Raum steht der Vorwurf einer absichtlich in Kauf genommenen Insolvenz, um den ungeliebten Mehrheitsgesellschafter loszuwerden. Das wäre dann kein vereinsinternes Problem mehr, sondern ein Fall mit möglicherweise strafrechtlicher Relevanz.”
Genau deshalb stellt sich angeblich nicht nur die Ismaik-Seite die Frage, warum der TSV 1860 in den vergangenen Wochen Spieler mit Marktwert und möglicher Ablöse nicht verkauft hat, obwohl dadurch dringend benötigte Liquidität hätte geschaffen werden können. Geschäftsführer Manfred Paula erfuhr am 21. Mai von der Darlehenskündigung. Sind rund 14 Tage bis zum Stichtag. Ein sportlicher Rahmen, aber in der Not mutmasslich auch machbar.
Zumindest wäre das Minus deutlich geringer ausgefallen - jetzt gehen die Spieler ablösefrei. Torjäger Sigurd Haugen steht vor der Unterschrift beim 1. FC Nürnberg.
Zur Info: 1860 musste in den letzten 25 Jahren kurz vor Lizenz-Schluss immer wieder Spieler verkaufen, um den Spielbetrieb sicherzustellen. Frag nach bei Daniel Bierofka, Timo Gebhart, Simon Jentzsch, Benny Lauth oder den Bender-Twins.






