Die Regionalliga hätte für 1860 nur Nachteile - Pyro kann sogar Punktabzug bringen
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 03.06.2026 12:34
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Diese Zeilen veröffentlichte Hasan Ismaik vor wenigen Tagen auf seinen sozialen Kanälen. Das kann man durchaus so interpretieren, dass der Mehrheitsgesellschafter einen Gang in die Regionalliga Bayern zumindest in Kauf genommen hätte, wenn dies aus seiner Sicht Teil eines grundlegenden Neuanfangs gewesen wäre. Doch hätte ein Zwangsabstieg tatsächlich Vorteile? Die Antwort lautet: Nein. Warum das so ist, zeigen die folgenden Punkte.
Die Gegner: Statt gegen Fortuna Düsseldorf, Hansa Rostock, Rot-Weiss Essen oder den MSV Duisburg würden die Löwen künftig gegen Vilzing, Aubstadt, Eltersdorf, Eichstätt, Ansbach, Buchbach oder Schwaben Augsburg antreten. Mit allem Respekt vor diesen Vereinen – die Strahlkraft wäre eine völlig andere. Dabei hatte der TSV 1860 noch vor zwei Jahren das Ziel ausgegeben, innerhalb von fünf Jahren die Nummer zwei im bayerischen Fußball hinter dem FC Bayern werden zu wollen. Mit einem Absturz in die Regionalliga würde der Klub von diesem Anspruch weiter entfernt sein denn je und vorerst einmal auf Platz 8 in Bayern zurückfallen.
Der Kader: Laut “BILD” gelten derzeit lediglich acht Spielerverträge auch für die Regionalliga. Ob prominente Vorjahres-Neuzugänge wie Kevin Volland oder Florian Niederlechner im Falle des Super-GAUs tatsächlich bleiben würden, ist völlig offen. Wahrscheinlich wäre, dass zahlreiche Spieler die Grünwalder Straße verlassen und die erfolgreiche U21 einen Großteil des neuen Gerüsts bilden müsste – ähnlich wie nach dem Absturz 2017. Allerdings wird dabei oft vergessen: Damals spielte die zweite Mannschaft bereits in der Regionalliga und belegte am Ende Rang zwei. Diese Ausgangslage gibt es heute nicht. Auch die Trainerfrage würde sich neu stellen. Ob Markus Kauczinski unter diesen Voraussetzungen weitermachen würde, erscheint fraglich. Naheliegend wäre dann eine Lösung mit U21-Coach Alper Kayabunar.
Fehlende TV-Einnahmen: In der Dritten Liga kassiert der TSV 1860 jährlich rund 1,3 Millionen Euro aus dem TV-Topf. Diese Einnahmen würden bei einem Zwangsabstieg nahezu komplett wegbrechen. In der Regionalliga sind lediglich vergleichsweise geringe Erlöse zu erzielen. Die Löwen würden damit auf einen Schlag einen wichtigen Baustein ihrer Finanzierung verlieren.
Der Sponsoren-Pool: Die Bayerische zahlt in der Dritten Liga aktuell einen absoluten Spitzentarif - von über einer Million Euro. In der Regionalliga dürfte dieser sensationelle Tarif selbstredend nicht mehr bezahlt werden. Der Versicherer hat bekanntlich ein Sonderkündigungsrecht - ob der traue Hauptsponsor davon Gebrauch machen würde, ist nicht bekannt. Vorstand Martin Gräfer hat sich in den letzten Monaten zunehmend rausgenommen. Bei Rot-Weiss Essen ist die Bayerische ein willkommener Premiumpartner.
TV-Übertragung: MagentaSport, das an den Spieltagen immer für ein großes Fernseh-Vergnügen sorgt, wäre in der Regionalliga verständlicherweise raus. An einer kontinuierlichen TV-Berichterstattung werden die Löwen auf diesem Niveau natürlich verzichten müssen.
Pyrotechnik: Das ist für die aktive Fanszene, aber auch für Geschäftsführer Manfred Paula ein spannender Punkt. Beim BFV sind die Kriterien der Strafverfolgung wesentlich schärfer als in der Dritten Liga. Frag nach beim FC Bayern II: Der Rekordmeister musste für die andauernenden Zündeleien ihrer Fans nach dem Spiel in Burghausen sogar neben einer Geldstrafe in Höhe von 26.000 Euro einen Punkteabzug in Kauf nehmen.






