Der db24-Zukunftsticker am Tag der Entscheidung aus Giesing: Verhindert 1860 den Sturz in die "4"?
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 03.06.2026 05:45
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Geht der heutige 3. Juni 2026 in die facettenreiche Geschichte des TSV 1860 ein?
Es könnte der wohl wichtigste Tag seit dem Zwangsabstieg 2017 werden. Den Löwen droht der Super-GAU: Bis Mittwoch, 17 Uhr, müssen sämtliche erforderlichen Unterlagen beim DFB in Frankfurt eingereicht sein. Entscheidend ist dabei vor allem der Nachweis von 2,7 Millionen Euro Liquidität. Gelingt das nicht, könnte die Rückkehr in die “4”, in die Regionalliga Bayern bittere Realität werden. Warum quält man die treue Anhängerschaft?
Tag der Entscheidung: Bleibt 1860 Drittligist?
Auffällig ist in diesen Tagen die öffentliche Zurückhaltung von Präsident Gernot Mang. Während er zuletzt öffentlich vor allem beim Thema FC Bayern (“Lausbubenstreich” am Marienplatz) oder rund um das Grünwalder Stadion in Erscheinung trat, herrscht in der wohl größten Krise seiner bisherigen Amtszeit weitgehend Schweigen, abgesehen von einer kurzen Stellungnahme, dass die Erbringung eines Liquiditätsnachweises ein “regelmäßig wiederkehrender Vorgang” sei - und “das Präsidium des TSV München von 1860 e.V. alle erforderlichen und angemessenen Maßnahmen ergreift, um die Rechtsposition des Muttervereins und seiner Mitglieder zu wahren und den Spielbetrieb der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA zu sichern”. Was sind diese Worte wert?
Es geht längst um mehr als um Machtspiele, Eitelkeiten oder politische Lager innerhalb des Vereins. Es geht um die Zukunft des TSV 1860. Und um die Frage, ob einzelne Interessen am Ende wichtiger sind als die Sehnsucht von Zehntausenden Fans nach sportlicher und wirtschaftlicher Stabilität.
Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik zeigte sich am Dienstagnachmittag gegenüber der Süddeutschen Zeitung vorsichtig optimistisch: “Ich denke, wir bleiben in der Dritten Liga.” Jeder arbeite derzeit besonders hart daran, die Lizenz zu sichern, erklärte der Gesellschafter aus Abu Dhabi. Mehr als 80 Millionen Euro hat Ismaik seit seinem Einstieg im Jahr 2011 nach Giesing überwiesen. Doch die Frage beschäftigt viele Löwen-Anhänger mehr denn je: Wo ist dieses Geld geblieben?
Tatsache ist: Auch nach dem Zwangsabstieg 2017 wurden immer wieder Entscheidungen getroffen, die den Verein finanziell belasteten. Die Trennung von Geschäftsführer Oliver Mueller vorzeitig vor Vertragsende beschäftigt inzwischen sogar die Gerichte. Und auch Ex-Sportchef Dr. Christian Werner besitzt bekanntlich noch einen laufenden Vertrag bis 2027. Geld, das in einer ohnehin angespannten Situation zusätzlich fehlt. Die Uhr tickt. Noch wenige Stunden bleiben, um den drohenden Absturz abzuwenden.
Der db24-Ticker aus Giesing:
9.07: Man muß sich das mal vorstellen: Vor zwei Jahren fabulierte der damalige durch 50+1 eingestellte Geschäftsführer Oliver Mueller (also mit dem Segen des e.V.) in der Biss-Präsentation noch von Platz 2 in Bayern - jetzt steht 1860 wieder am Abgrund. Sollten die Löwen absteigen, wären sie auf einen Schlag raus aus der Top 56 in Deutschland. In der Bayern-Wertung würden die Sechzger erst einmal auf Rang 8 abrutschen.
9.05: Es kommt immer mehr in Mode, dass ehemalige Fußballer Klubs kaufen - laut BILD-Informationen interessieren sich Mats Hummels und Thomas Müller gemeinsam mit Torwart Yann Sommer und einer Investorengruppe für den portugiesischen Klub Estrela Amadoras.
7.29: Im vergangenen Sommer hatte sich Ismaik mit Herbert Bergmaier das e.V.- Gesicht schlechthin als AR-Boss geholt - jetzt wird man sehen, was dieser taktische Schachzug tatsächlich gebrscht hat.
7.21: Dass Präsident Mang zuletzt abermals davon sprach, dass 1860 KEIN Chaosverein ist, hat viele Fans mit einem Kopfschütteln zurückgelassen. Die Wahrheit ist: Man geilt sich gefühlt nur am Grünwalder und dem FC Bayern auf. Um von der eigenen Arbeit sbzulenken?
6.39: Sollte 1860 in die Regionalliga absteigen, dürfte wohl Erzgebirge Aue in der Dritten Liga bleiben. Der TSV Havelse, der prinzipiell dran wäre, hat ein Stadion-Problem und offenbar nicht das nötige Kleingeld, um das kurzfristig zu lösen.
6.35: Angesichts des aktuellen Löwen-Dramas haben wir auch mit einer Bundesliga-Ikone gesprochen - mit Winnie Schäfer, dem früheren KSC-Coach. Er sagte gegenüber db24: “Es ist ein Trauerspiel, dass dieser Verein sich seit Jahren selbst im Weg steht. Die Löwen haben alles, was andere Klubs gerne hätten. Ein richtig starkes Profil und eine Fanlandschaft, die sich weit über die Grenzen Deutschlands hinaus erstreckt. Für mich ist das aus der Ferne völlig unverständlich, dass man sich seit Jahren im Kreis dreht. Der Verein sollte sich mal fragen: Wieso steigt Elversberg in die Bundesliga auf? Der Ort ist so groß wie der Stadtteil Giesing…“
6.33: Im Fokus steht nicht nur die Investorenseite, sondern auch die Vereinsführung: auf der einen Seite das Präsidium Mang, auf der anderen Seite der mächtige Verwaltungsrat.
6.32: Sollten die Löwen abermals den Stecker ziehen, muss die Profi-Mannschaft zurück in die Regionalliga Bayern. So wie 2017. Eine Euphorie wie damals mit der Rückkehr ins heißgeliebte Grünwalder wird aber dieses Mal nicht mehr erwartet, sollte es so kommen.
6.29: Nicht wenige Fans werden heute an die Grünwalder Straße 114 fahren, auch um zu beobachten, wer von den Funktionären vor Ort ist. 2017 wurde Hasan Ismaik als Schuldiger ausgemacht, doch bei ein bisschen Weitblick, weiß man: Es gehören immer zwei Seiten dazu. Kurz vor dem schwarzen Freitag am 2. Juni 2017 wurde Ex-Präsident Peter Cassalette gesagt: “Ab sofort ohne Hasan.” Das lässt keinen Raum für Spekulationen.
6.24: Wie db24 berichtete, soll Hubert Aiwanger, der bayerische Ministerpräsident, am Samstag um 11 Uhr den 1860-Fanshop am Flughafen offiziell einweihen. Abgesagt ist diese Veranstaltung noch nicht. Das lässt darauf deuten, dass die Löwen gerettet werden. Oder zieht die Ismaik-Firma das auch im Abstiegsfall durch? Dass dann noch Aiwanger als Ehrengast kommt, ist undenkbar…
6.20: Bekanntlich hatte Ismaik unlängst ein Darlehen in Höhe von 2,7 Millionen Euro gekündigt und daraufhin einen Katalog an Forderungen dem TSV 1860 präsentiert. Während beide Seiten um die finale Lösung kämpfen, soll dem DFB der Punkt “Super-Controller” für die Geschäftsführung ein Dorn im Auge sein. Der Verband hat bei diesem Punkt Bedenken, andererseits: Wie soll Hasan Ismaik sein Investment schützen, wenn die KGaA, an der er 60 Prozent der Anteile hält, nicht fähig ist, eine schwarze Null zu schreiben?
6.10: Die “TZ” berichtet: “Im Löwenstüberl haben Fans bereits Plätze reserviert. Sie wollen vor Ort warten, bis weißer oder schwarzer Rauch aufsteigt. Noch besteht Hoffnung. Genauso wahrscheinlich ist jedoch, dass Manfred Paula in die Fußstapfen von Hans Sitzberger und Heinz Schmidt tritt. 2017 hatten die damaligen Vizes den Absturz moderiert - diesmal bekäme der Geschäftsführer den Frust der Fans zu spüren. Oder Präsident Gernot Mang, der sich wohl gezwungen sähe, erneut seinen Türkei-Urlaub zu unterbrechen. Am Donnerstag, als es um die Ehrung der Meisterlöwen ging, fiel es ihm leichter.”
6.04: Bezeichnend ist auch, dass die Münchner Zeitungslandschaft längst nicht mehr den Fokus früherer Tage auf 1860 gerichtet hat und nicht mehr auf der Seite 1 des Sports steht. Natürlich steht eine WM bevor und auch die Bayern sind Tagesgespräch, aber bei den Löwen geht’s nunmal um die Existenz…
6.01: Während Ismaik selbst Hoffnung hat, dass 1860 gerettet wird, schreibt BILD-Reporterin Kristina Ellwanger: “Aktuell sieht es danach aus, dass der Traditionsverein nach acht Jahren Drittklassigkeit keine Lizenz für die kommende Saison erhält.”
5.47: Am gestrigen Abend luden wir Fans zu einer Sonderausgabe von “60 Minuten Sechzig” ein - insgesamt waren rund 2.300 User in diesen anderthalb Stunden dabei. Dauerhaft rund 330. Einer der Fans prophezeit eine düstere Zukunft, sollte 1860 absteigen müssen: “Die Regionalliga killt uns.”
5.45: Guten Morgen, Löwen! Hattet ihr auch eine unruhige Nacht?






