Heute vor neun Jahren: Der schwarze Freitag
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 02.06.2026 12:18
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Es war eine der denkwürdigsten Pressekonferenzen in der Geschichte des TSV 1860, als sich die beiden Vize-Präsidenten Hans Sitzberger (mittlerweile zurückgetreten) und Heinz Schmidt - flankiert vom damaligen BFV-Boss Rainer Koch - am 2. Juni 2017, dem sogenannten “schwarzen Freitag”, in den Räumen des Haus des Fußballs in der Brienner Straße der Presse stellten und über den Löwen-Abstieg sprachen. Neun Jahre ist das jetzt auf den Tag genau her - und man hat das Gefühl, dass sich der Traditionsklub keinen Schritt weiter entwickelt hat, zumal die Löwen wieder vor genau dieser Situation stehen. Bis morgen um 17 Uhr müssen nicht über 11 Millionen Euro hinterlegt werden, sondern “nur” 2,7 Millionen. Und zeigt ein Déjà-vu auf: 1860 kann sich Profifußball mit seiner überschaubaren Einnahmenseite vermutlich nicht leisten.
Rückblende Zwangsabstieg 2017: Es sind Momente, die kein Löwen-Fan sein ganzes Leben verdauen wird: Der TSV 1860 muss nach dem sportlichen Abstieg aus der Zweiten Liga in die Regionalliga Bayern absteigen - weil Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik und die Vereinsseite sich nicht auf einen gemeinsamen Weg verständigen können. Der Jordanier verwehrt die Zahlung von 11 Millionen Euro - und das obwohl er kurz vorher noch bereit gewesen sein soll, zu überweisen. Was zwischen diesen Stunden passiert ist, darüber rätselt man noch heute.
Die Löwen präsentierten sich in diesen bitteren Stunden schlimmer als jeder Karnickel-Zuchtverein - Verwaltungsrat Robert von Bennigsen hatte schon Tage vorher zu Ex-Präsident Peter Cassalette gesagt: “Du kannst bleiben - aber ab jetzt heißt es ohne Hasan.” Cassalette trat entnervt zurück. Und auch der damalige Geschäftsführer Ian Ayre, der ehemalige Boss des FC Liverpool, verabschiedete sich, weil er nicht länger in diesem Pulverfass arbeiten wollte.
Sitzberger, der nach einem Machtkampf vor einigen Monaten entnervt aufgegeben hat, erklärte seinerzeit bei der legendären Pressekonferenz: “Jetzt fühle ich mich nicht mehr abhängig vom Investor…Jetzt können wir theoretisch diese Mannschaft selber bezahlen. Das ganze Budget können wir selber stemmen. Wenn er (Ismaik, d. Red.) wieder eine Forderung hätte, können wir sagen: Ist in Ordnung. Wird nicht erfüllt.” Wieviel Wahrheit in dieser Aussage steckt, kann sich jeder rückblickend selbst beantworten.
Sollte 1860 auf den letzten Drücker drittklassig bleiben, dürfte sich der Etat bei rund 4,3 Millionen Euro einpendeln.
Und Sitzberger? Es tut ihm längst leid, dass er damals nicht gewisse Dinge besser hinterfragt hat. Er gilt inzwischen als scharfer Kritiker des Ist-Zustandes, nachdem er der AZ seinerzeit verriet: “Ich wurde gedemütigt, angeschrien, beschimpft und beleidigt.”
Viele Fans fragen zurecht: Was ist eigentlich seit 2017 besser geworden?






