Neue Ausgabe von Radis Erben: Die große Angst um Sechzig
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 01.06.2026 06:59
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Kommen die beiden Seiten zusammen? Auf der einen Seite Hasan Ismaik, auf der anderen Seite Präsident Gernot Mang. Foto: IMAGO/FOTOMONTAGE
VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Am kommenden Mittwoch um 17 Uhr endet die Frist. Bis dahin müssen die fehlenden 2,7 Millionen Euro gegenüber dem DFB nachgewiesen werden. Gelingt das nicht, heißt es für den TSV 1860 in der kommenden Saison: Regionalliga Bayern statt Profifußball mit Auswärtsfahrten nach Düsseldorf, Duisburg oder Rostock. Die Dorf-Tour mit Gastspielen bei den Fußball-Großmächten aus Aubstadt, Illertissen oder Buchbach wäre bittere Realität.
Noch ist es aber nicht so weit. Und viele Fans hoffen weiterhin darauf, dass sich die beiden Gesellschafter - e.V. und Hasan Ismaik - in letzter Minute doch noch zusammenraufen. Zum Wohl des Giesinger Traditionsklubs.
Am 26. Mai äußerte sich der e.V. kurz mit einer Presseerklärung auf die Gerüchte: “Die Erbringung eines Liquiditätsnachweises gegenüber dem DFB im Rahmen des Zulassungsverfahrens zur 3. Liga ist für die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA ein regelmäßig wiederkehrender Vorgang zu Beginn einer neuen Spielzeit. Wir gehen aktuell davon aus, dass der Liquiditätsnachweis gegenüber dem DFB rechtzeitig erbracht wird. Die entsprechenden Gespräche hierzu dauern an.” Dass die Verantwortlichen seitdem schweigen und die Anhänger weiter im Unklaren lassen, ist allerdings bezeichnend für diesen Verein. Transparenz sieht anders aus.
Die große Angst um Sechzig.
Eines steht unabhängig vom Ausgang des Lizenzverfahrens fest: So wie in den vergangenen Jahren darf es an der Grünwalder Straße 114 nicht weitergehen. Seit dem Zwangsabstieg 2017 ist regelmäßig von Konsolidierung die Rede. Tatsächlich müsste der TSV 1860 endlich den nächsten Schritt gehen und eine umfassende Restrukturierung des Unternehmens einleiten. Das dürfte schmerzhaft werden. Denn wer dauerhaft mehr Geld ausgibt als einnimmt, wird nicht darum herumkommen, auch beim Personalbestand den Rotstift anzusetzen - erst recht, wenn die Anläufe Richtung Zweite Liga immer wieder scheiterten.
Löwen-Deadline am 3. Juni: Sind die sieben Forderungen von Hasan Ismaik nachvollziehbar?
Das Grundproblem ist seit Jahren dasselbe: Der Klub erwirtschaftet ein strukturelles Defizit von rund zwei Millionen Euro pro Saison, wenn keine Transfererlöse generiert werden. In Zeiten der Allianz Arena lag dieses sogar noch deutlich höher. Hinzu kommt, dass die Löwen in diesem Jahr möglicherweise Rückstellungen für ihre beiden bereits wieder freigestellten Geschäftsführer Oliver Mueller und Dr. Christian Werner bilden müssen. Die Kosten könnten sich auf rund eine Million Euro belaufen – Anwalts- und Verfahrenskosten noch nicht eingerechnet.
Der TSV 1860 steht daher vor einer Richtungsentscheidung. Nicht nur bis Mittwoch, sondern grundsätzlich.
Radis Erben ist der Podcast von TV-Kommentator Tobias Fischbeck (unter anderem DAZN und Eurosport) und Oliver Griss, der seit mehr als drei Jahrzehnten über diesen einzigartigen Verein berichtet. Das Format entstand während der Corona-Pandemie und gilt heute als der älteste regelmäßige Podcast im Löwen-Kosmos.
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