Heute vor neun Jahren: 1860 steigt aus der Zweiten Liga ab - ist nach der Arena-Zeit eigentlich irgendwas besser geworden?
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 31.05.2026 07:58
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Der 30. Mai 2017 - es war der Tag, der den TSV 1860 grundlegend verändert hat: Die Löwen verlieren mit einer Millionen-Truppe das Relegations-Rückspiel gegen Jahn Regensburg sang- und klanglos mit 0:2, steigen sportlich aus der Zweiten Liga ab. Die Partie vor 62.000 Fans in der Allianz Arena steht mehrmals vor dem Abbruch. Die Fans in der Nordkurve randalieren, werfen Sitze und Stangen aufs Spielfeld. Die Polizei sichert den Bereich ab. Der TV-Kommentator sagte: “Es ist ein schwarzer Tag für den Fußball - das möchte ich klar sagen.”
Im VIP-Bereich in Fröttmaning ging es ebenfalls rund: Schuldzuweisungen ohne Ende - und viele Tränen. Der Verein gab bekannt, dass Geschäftsführer Ian Ayre und Präsident Peter Cassalette zurücktreten und ihre Ämter zur Verfügung stellen.

Hinterher sagte Cassalette, der noch während des Spiels eine Krisensitzung mit Präsidium und Verwaltungsrat einberufen hatte: “Vor der Krisensitzung hatte ich noch gar nicht entschieden, dass ich zurücktrete.“ Doch die politische Stimmungsmache gegen Investor Hasan Ismaik, „es gehe nur ohne Hasan weiter“, konnte Cassalette nicht mittragen: „Ich konnte nicht anders, als zu sagen: Leute, ohne mich!“
Neun Jahre später muss sich der TSV 1860 unter der Regie von Präsident Gernot Mang eingestehen: Der Klub hat sich nicht weiter entwickelt. Im Gegenteil: Es geht wieder ums liebe Geld. 2,7 Millionen müssen bis Mittwoch, 17 Uhr, nachgewiesen werden, ansonsten geht es eine Klasse tiefer - in die Regionalliga Bayern. Und wieder wird sich mit Hasan Ismaik gestritten. Und das obwohl er mit Wochenanzeiger-Verleger Herbert Bergmaier den ehemaligen Pro1860-Chef Herbert Bergmaier zum Aufsichtsratsvorsitzenden der KGaA gemacht hat.
Als db24 im Mai 2023 zum großen Legenden-Treffen im Filmtheater Sendlinger Tor mit Größen wie Petar Radenkovic, Fredi Heiß und Werner Lorant geladen hatte, gab es vor dem Kino einen Protest der aktiven Fanszene unter dem Titel “Hasan kommt nicht, wir kommen trotzdem - steh auf für ein selbstbestimmtes Sechzig”. Das Scheichlied wurde am Sendlinger Tor-Platz gesungen und andere Beleidigungen abgesetzt.

Die Frage muss durchaus erlaubt sein: Was ist eigentlich seit dem 30. Mai 2017 für die Ohne-Arena-Löwen besser geworden?







