Jacobsen-Berater erhebt schwere Vorwürfe gegen 1860 - und Collins-Sohn soll vorspielen
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 29.05.2026 19:00
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Beim TSV 1860 wird gerne von der Löwen-Familie gesprochen. Von Zusammenhalt. Von Werten. Von Kameradschaft.
Der Fall Thore Jacobsen wirft allerdings die Frage auf, wie viel davon tatsächlich gelebt wird.
Bekanntlich zog sich der Mittelfeldspieler beim verlorenen Toto-Pokal-Finale gegen Würzburg (3:5 nach Elfmeterschießen) kurz vor Schluss einen Kreuzbandriss zu. Mindestens sechs Monate Pause. Es ist die wohl schwerste Verletzung, die ein Fußballer erleiden kann.
Besonders pikant: Jacobsen stellte sich für das Endspiel zur Verfügung, obwohl er bereits angeschlagen war. Er wollte helfen. Wollte Verantwortung übernehmen. Wollte für seinen Verein da sein und sich mit Abstand verabschieden.
Bezahlt hat er diesen Einsatz mit einem Kreuzbandriss.
Und was bekam er dafür zurück?
Nach Angaben seines Beraters Danny Bachmann hat sich bis heute keiner der Hauptverantwortlichen bei ihm gemeldet. Weder Präsident Gernot Mang. Weder Geschäftsführer Manfred Paula. Noch Trainer Markus Kauczinski. „Es beschreibt Thore sehr gut, bis zur letzten Sekunde alles für seinen Verein zu geben. Aber warum die Hauptverantwortlichen vom TSV 1860 bis heute nicht auf die Idee gekommen sind, sich bei ihm in dieser schwierigen Phase zu melden, bleibt ihr Geheimnis“, erklärte Bachmann gegenüber der “TZ”.
Sollte das tatsächlich stimmen, wäre das ein bemerkenswertes Armutszeugnis für einen Verein, der sich in eine falsche Richtung bewegt. Denn eines sollte selbstverständlich sein: Wer für den Verein auf dem Platz alles riskiert, verdient zumindest einen Anruf, wenn seine Karriere einen schweren Rückschlag erleidet.
Während Jacobsen gerade seine Reha organisiert und um seine Zukunft kämpft, wird an der Grünwalder Straße längst nach neuem Personal Ausschau gehalten. Laut “Bild” soll demnächst Matthew Collins, der Sohn von Popstar Phil Collins, vorspielen. Der 21-Jährige brachte es bei Austria Salzburg zuletzt auf gerade einmal vier Kurzeinsätze und insgesamt 33 Spielminuten.
Natürlich sollte man junge Spieler nicht vorschnell bewerten. Aber die Personalie zeigt auch, in welchen Regalen der TSV 1860 derzeit suchen muss. Und genau das könnte die eigentliche Botschaft dieser Geschichte sein: Während ein verdienter Profi nach schwerer Verletzung offenbar auf sich allein gestellt ist, beginnt gleichzeitig die Suche nach günstigen Hoffnungsträgern. Die Löwen sparen inzwischen nicht nur beim Kader – sondern möglicherweise auch bei der Wertschätzung.






