Ismaik kündigt Darlehensvertrag, Paula Notgeschäftsführer: Löwen im freien Fall?
- VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)
- 26.05.2026 15:30
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VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)
Jetzt droht den Löwen der Zwangsabstieg in die Regionalliga Bayern: Bis zum 3. Juni, 12 Uhr, muss 1860 beim DFB eine Liquidität in Höhe von 2,7 Millionen Euro vorweisen, wie die “BILD” berichtet. Laut “SZ” hat Hasan Ismaik am 21. Mai bestehende Darlehensverträge kurzfristig gekündigt – mit Verweis auf angebliche Verstöße der Geschäftsführung gegen Berichterstattungspflichten. „Leider sahen wir uns aufgrund der anhaltenden Verstöße (…) gezwungen, diesen Schritt zu unternehmen”, heißt es in dem Schreiben, das der “SZ” vorliegt.
Und jetzt wird’s richtig pikant. Die “SZ” schreibt: HAM sucht nun nach einer Ersatzfinanzierung – das kann viele Gründe haben, unter anderem auch, dass sie selbst nicht mehr leistungsfähig ist oder sein will. Man habe jedenfalls „erhebliche Anstrengungen unternommen, um einen neuen Investor zu finden, der bereit ist, HAM zu finanzieren, damit diese die KGaA weiterhin unterstützen kann“. Mit dessen Hilfe könne die Lizenz noch gesichert werden, es gebe jedoch „sieben sehr relevante Bedingungen, die erfüllt und (…) vereinbart werden müssen“, um den TSV 1860 „in eine stabilere und friedlichere Zukunft zu führen“.
Als Sicherheiten werde HAM dem Kreditgeber die Verpfändung von „9 % der Anteile an der KGaA, 30 % der Anteile an der TSV 1860 Merchandising GmbH“ sowie „der Gewinnansprüche an der TSV 1860 Merchandising GmbH“ gewähren.
1860-Geschäftsführer Manfred Paula, der seit Wochen nicht mehr zu den Medien spricht, bestreitet die Gültigkeit der Darlehenskündigung und geht offenbar juristisch gegen die Firma des Mehrheitsgesellschafters vor: „Wir weisen die erklärte Kündigung als unwirksam zurück. Die Kündigung entfaltet keine Rechtswirkungen. Die Kündigung ist zudem treuwidrig, da die HI Squared International GmbH (weitere Firma Ismaiks, Anm. d. Red.) gleichzeitig in Aussicht stellt, die Finanzierung unter zusätzlichen Bedingungen anderweitig zu gewähren.“
Inzwischen nennt sich Paula Notgeschäftsführer, dies teilte der frühere Aindlinger HAM mit: „Wir können aufgrund Ihrer Kündigung und der aufgestellten Forderungen nicht mehr von einer Durchfinanzierung ausgehen (…) und wechseln vorsorglich in die Notgeschäftsführung. Dies bedeutet, dass wir bis auf Weiteres keine Zahlungen leisten können – auch keine Gehaltszahlungen.“
Die Zeit drängt an der Grünwalder Straße 114. „Da einige der sieben Bedingungen außerhalb unserer Kontrolle liegen (insbesondere benötigen wir auch eine Zusage des e.V.), müssen wir uns auch auf das hoffentlich geringe Risiko einstellen, dass sich die beteiligten Parteien nicht auf die beigefügten Bedingungen einigen können und wir ohne neue Finanzmittel in die vierte Liga absteigen“, heißt es in dem Schreiben von Ismaiks Firma HAM: „Dürfen wir Sie bitten, für ein solches Szenario eine Fortführungsprognose zu erstellen?“
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Gut möglich, dass die geplanten Feierlichkeiten für die Meister-Löwen von 1966 ab Donnerstag eher an eine Trauerfeier erinnern werden, sollte sich herauskristallisieren, dass die Finanzlücke nicht geschlossen werden kann.






