VON OLIVER GRISS UND GETTY (FOTO)

Zweifelsfrei: Seine erfolgreichste Zeit hatte Manfred Bender nicht beim TSV 1860, sondern beim FC Bayern und vor allem beim Karlsruher SC. Und dennoch würden sich die heutigen Löwen wohl glücklich schätzen, hätten sie auch nur ansatzweise die Qualität des früheren Bundesliga-Profis an die Grünwalder Straße 114 gebracht.

Bender, von allen nur „Manni“ genannt, begann seine Fußball-Laufbahn beim MSV München. Über TB München und die SpVgg Unterhaching führte ihn sein Weg zum FC Bayern. Dort gewann der technisch starke Linksfuß 1990 die Deutsche Meisterschaft und den Supercup. Bender war schnell, laufstark, spielintelligent – und vor allem einer, der den Unterschied machen konnte. Seine scharf angeschnittenen Freistöße und Eckbälle waren gefürchtet, dazu besaß er die seltene Gabe, auch aus Situationen Gefahr zu erzeugen, in denen eigentlich gar keine Torchance vorhanden war.

Seine sportlich prägendste Zeit erlebte der gebürtige Münchner allerdings beim Karlsruher SC. Unter Kult-Trainer Winfried Schäfer gehörte Bender zu jener Mannschaft, die den KSC Anfang der 90er Jahre bis in den UEFA-Cup führte. Unvergessen bleibt bis heute das legendäre 7:0 gegen Valencia, als die Badener Fußball-Geschichte schrieben.

1996 wechselte Bender nach Giesing zum TSV 1860 - Werner Lorant wollte den gebürtigen Münchner unbedingt. Die Löwen wurden zwar mit 51 Spielen (vier Tore) nicht die erfolgreichste Station seiner Karriere – in Erinnerung geblieben ist „Manni“ bei vielen Fans trotzdem. Einer, der Fußball nicht nur arbeiten, sondern auch spielen konnte. Einer mit Leichtigkeit, Kreativität und Gefühl im linken Fuß – Tugenden, die man an der Grünwalder Straße heute mitunter schmerzlich vermisst.

Dass das Verhältnis zu den Löwen schon seiner aktiven Zeit allerdings merklich abkühlte, daraus machte Bender nie ein Geheimnis. 2009 erklärte er der „Abendzeitung“ auf die Frage, ob er sich eine Rückkehr zu 1860 vorstellen könne: „Ich habe immer gesagt, dass ich eins in meinem Leben nie wieder machen werde: Nie wieder was bei Sechzig!“ Den Hauptgrund lieferte Bender gleich mit. Bei Spielen mit dem FC Ismaning gegen die Amateur-Mannschaft der Löwen sei er als FCI-Trainer von Fans als „Bayernsau“ beschimpft worden. „Ab dem Tag wusste ich: Es wird einen Verein in meinem Leben geben, für den werde ich nie etwas mache – Sechzig“, sagte Bender damals.

Nach seiner aktiven Laufbahn arbeitete Bender als Trainer unter anderem in Österreich, Bayern und sogar Nigeria. Heute widmet sich der frühere Profi mit Leidenschaft dem Golfsport – als Spieler und Organisator. Was Fußballfans auch immer wieder durcheinander bringen: Bender ist nicht mit den früheren 1860-Twins Sven und Lars verwandt.

Gestern feierte Manni Bender seinen 60. Geburtstag, somit ist er endlich ein echter Sechzger. Wir sind zwar ein kleines bisschen spät dran – die Glückwünsche kommen deshalb aber nicht weniger herzlich: Alles Gute nachträglich zum Ehrentag, Manni!