VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Lange hatte sich die Faninitiative „Weiss & Blau für den TSV“ zurückgehalten. Doch jetzt rumort es wieder gewaltig – Auslöser ist die geplante Stadiongesellschaft der Löwen. Am Mittwoch veröffentlichte die Vereinigung folgendes Statement auf ihren Social Media-Kanälen: „Was uns besonders fassungslos macht: Ihr wollt auf der kommenden Mitgliederversammlung eine weitreichende Entscheidung durchbringen und eine Stadion-GmbH auf den Weg bringen, ohne zuvor alle Mitglieder umfassend darüber zu informieren, was konkret geplant ist – und welche Risiken dieses Projekt überhaupt birgt. Es geht hier nicht um eine Kleinigkeit, sondern möglicherweise um finanzielle Verpflichtungen und strukturelle Weichenstellungen für Jahrzehnte.“

Hat Weiss & Blau für den TSV in diesem Fall recht?

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Die Fragen, die die Organisation beschäftigen: „Gibt es überhaupt eine belastbare Machbarkeitsstudie, die auch einer Prüfung durch das Bauamt standhält? Wie soll die Finanzierung aussehen? Wer soll Geschäftsführer werden? Wer haftet am Ende? Warum könnten mögliche Investoren durch den angekündigten 50+1-Prozentschlüssel abgeschreckt werden? Und wie tragfähig ist dieses Konstrukt wirtschaftlich überhaupt?“

Deswegen kommt das im Winter 2024 gegründete „Weiss & Blau für den TSV“ zu dem Schluss: „Solange zentrale Fakten und belastbare Zahlen fehlen, wirkt dieses Vorhaben eher wie eine Vision als wie ein seriös geplantes Projekt. Würdet ihr die gesamte Löwen-Familie wirklich ernst nehmen, dann würdet ihr transparent handeln, Zahlen offenlegen und die Mitglieder frühzeitig mit ins Boot holen, anstatt sie erst kurz vor der Abstimmung mit einer derart weitreichenden Vorlage zu konfrontieren.“

Am 21. Juni steigt die alljährliche Mitgliederversammlung in der Zenithhalle, bei der nicht nur drei neue Verwaltungsräte gewählt werden sollen, sondern auch über die Stadion-GmbH abgestimmt werden soll. Der Vorwurf der Faninitiative in Richtung Gernot Mang & Co.: „Der TSV 1860 gehört seinen Mitgliedern – nicht einem kleinen Kreis. Ihr habt Verantwortung gegenüber mehr als 27.000 Mitgliedern und nicht nur gegenüber eurem zweifellos gut organisierten Umfeld. Zusätzlich irritiert uns die Information, dass Pro1860 am 10. Juni eine Veranstaltung im Schlachthof plant, auf der ihr als Präsidium des TSV 1860 München angeblich darum gebeten habt, ausführlich über eure neuen Stadion-Pläne berichten zu dürfen.“

Und weiter: „Wenn grundlegende Zukunftsentscheidungen zunächst im Umfeld einzelner Gruppierungen präsentiert werden, statt frühzeitig gegenüber allen Mitgliedern transparent erläutert zu werden, hinterlässt das zumindest einen fragwürdigen Eindruck.” Die alles entscheidende Frage für “Weiss & Blau”: “Wer regiert unseren Mutterverein eigentlich? Pro1860?“