"Sehr kompliziert!" Ismaik bleibt
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTOMONTAGE)
- 19.05.2026 09:05
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTOMONTAGE)
Schon jetzt ist klar: Wenn überhaupt, wird es – wie von db24 bereits verkündet – zu keiner schnellen Einigung kommen. Heißt: Mehrheitsgesellschafter Ismaik, der Interviewanfragen unbeantwortet lässt, bleibt die nächsten Monate weiter an Bord, möglicherweise sogar über den Jahreswechsel hinaus. Andere Rückschlüsse lassen auch die Investitionen in einen neuen Fanshop am Münchner Flughafen kaum zu (db24 berichtete). Doch ohne neue Euphorie könnte sich das mit dem Zuspruch für Fanshops bald grundlegend verändern.
Die Löwen werden in der neuen Saison – mit einem deutlich kleineren Budget – somit nicht mit neuen Millionen zum Angriff blasen können, sondern müssen sich nach Jahren des Dauerstreits den Gegebenheiten unterordnen. Und die heißen zwangsläufig: stärker auf die eigene Jugend setzen. Was das für die neue Spielzeit bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen. Einen ersten Vorgeschmack gab’s am vergangenen Samstag beim blamablen 0:3 in Verl. In der Startelf standen ausschließlich Spieler, die auch in der kommenden Saison noch unter Vertrag stehen.
Dass Hitzlsperger, hinter dem nach db24-Informationen private Investoren stehen, inzwischen wieder etwas vorsichtiger geworden ist, hängt auch damit zusammen, dass er durch seine vielen Gespräche ein noch klareres Bild von außen auf den TSV 1860 bekommen hat. Sein Fazit, das er in der BR-Sendung „Blickpunkt Sport“ formulierte, ist jedenfalls keine Auszeichnung für den Drittliga-Dino: „Ich muss schon sagen: Egal, mit wem ich zu tun hatte, es waren konstruktive Gespräche. Da kann ich nur Gutes berichten. Aber ich glaube, jedem ist bewusst, dass bei 1860 – so wie es aktuell dasteht – nicht auf allen Ebenen ein Miteinander ist. Es ist sehr kompliziert.“
Und das ist vermutlich noch galant umschrieben. Hitzlsperger ergänzte: „Alle sehen das Potenzial im Klub. Deswegen gibt es von vielen Seiten auch Interesse. Dass man aufsteigen will, ist das eine – aber das andere ist auch: Es müssen alle an einem Strang ziehen.“
Nach neun Jahren Stillstand überrascht diese Einschätzung allerdings kaum noch: Die einen jagen weiter dem Traum auf Giesings Höhen hinterher – Motto: „Hauptsache Giesing!“ Die anderen wollen endlich wieder akzeptablen Profifußball und eine sportliche Entwicklung sehen, die an bessere Zeiten erinnert. Dazu kommt, dass die Beleidigungen gegen Investoren vielerorts nahezu wöchentlich zelebriert werden und man ganz offen seine Abneigung gegen die Kommerzialisierung des Profisports zur Schau stellt. Das bekommen natürlich auch Interessenten für die Ismaik-Anteile mit.
db24 weiß: Auch ein US-Investor spielte vor Monaten durchaus mit dem Gedanken, bei 1860 einzusteigen. Doch nach einem intensiven Check des Umfelds kühlte die Begeisterung für das Projekt schnell wieder ab. Und dass große Münchner Unternehmen bei den Löwen abwinken, ist leider auch Tatsache.






