VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Ob das Grünwalder Stadion am Ende noch olympisch wird, steht in den Sternen. Zumindest plant die Stadt München unter dem neuen OB Dominik Krause, die Giesinger Kultstätte im Rahmen einer möglichen Olympia-Bewerbung auch mit Fußball zu füllen. Das könnte die Möglichkeit erhöhen, dass die Stadt wieder das Zepter übernimmt. Bis dahin wird noch viel Wasser die Isar hinunterlaufen...

Und trotz der neuen Entwicklung in der bayerischen Landeshauptstadt ziehen die chronisch klammen Löwen ihren eigenen Stadion-Plan durch - und planen eine Betreibergesellschaft. Am Montagnachmittag veröffentlichte der Klub “Informationen zur Mitgliederversammlung” am 21. Juni in der Zenithhalle. Zum Themenpunkt “Stadiongesellschaft” schrieb der e.V.: “Das Präsidium des TSV München von 1860 e.V. bittet die Mitgliederversammlung um Zustimmung zur Gründung einer Stadionbetriebsgesellschaft (Rechtsform: GmbH) mit folgenden Kernelementen. Der Name des Projekts soll „Betriebsgesellschaft Sechzgerstadion mbH“ lauten, Sitz der Gesellschaft ist München.

1860 will eine Betreiber-Gesellschaft fürs Grünwalder Stadion gründen: Müsste das Präsidium Mang die Mitglieder weit vor der MV weitreichend aufklären, was auf die Löwen mit diesem Projekt zukommt?

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Der Zweck der Unternehmensgründung: “Bündelung der Aktivitäten zur Planung, Finanzierung, (Um-)Bau/Errichtung und zum Betrieb des Stadions an der Grünwalder Straße („GWS“) inkl. Nebenanlagen; außerdem u.a. Vermietung/Verpachtung/Überlassung, Vermarktung (z.B. Naming/Sponsoring), stadionbezogene Dienstleistungen sowie Beteiligungen/Tochtergesellschaften.” Das Stammkapital, das nicht aus den Mitgliedsbeträgen, sondern von externen Zuwendungen stammt, soll nicht bei 25.000, sondern sogar bei 60.000 Euro liegen. Es soll für die Betreiber-Geselschaft auch eine Geschäftsführung eingesetzt werden.

Nicht abweichen will der Klub von seiner 50+1-Regel - auch für das Stadionprojekt. Übertragungen oder auch Teilübertragungen können laut dem Schreiben nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung der Gesellschafterversammlung (75 Prozent-Mehrheit) vollzogen werden. Zusätzlich dürfen nicht mehr als 49 Prozent an Dritte übertragen werden; der TSV muss jederzeit mind. 51 Prozent halten.” Die Löwen schreiben: “Verfügungen entgegen dieser Grenze sind unwirksam.”

db24 meint: Mehr erfährt man von den Löwen zu diesem womöglich millionenschweren Projekt vor der Mitgliederversammlung am 21. Juni nicht, auch nicht den Stand der Machbarkeitsstudie – und das ist angesichts der Tragweite erschreckend dünn. Wer von den Mitgliedern eine Zustimmung zu einer Stadionbetriebsgesellschaft erwartet, sollte deutlich mehr liefern als ein paar allgemeine Zeilen. Es geht schließlich nicht um den Umbau des Löwenstüberls oder eine Sanierung am Trainingsgelände, sondern um ein mögliches Jahrhundertprojekt mit enormen finanziellen Risiken und weitreichenden Folgen für die Zukunft des TSV 1860.