VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Die SpVgg Unterhaching verzichtet freiwillig auf die Dritte Liga...

Das wirft nicht nur ein schlechtes Licht auf die Vorstädter selbst, sondern auch auf die Regionalliga Bayern als Projekt. Nach den Club-Amateuren, die derzeit Tabellenführer sind, will auch Haching nicht hoch. Stattdessen wird Würzburg die Chance nutzen, um über die Relegation gegen Lok Leipzig die Rückkehr in den Profifußball zu schaffen.

Haching-Präsident Manni Schwabl, der einst die Zweite Liga mittelfristig zum Ziel ausgegeben hatte, gegenüber dem “Bayerischen Fernsehen”: “Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bei uns geben das momentan nicht her. Wenn der Entschluss feststeht, sollte man den auch kundtun. Aber wenn das nicht jedem gefällt, das ist mir auch klar. Es ist klar, dass die Fans enttäuscht sind. Man muss in Vorleistung gehen, wenn du Dritte Liga spielen willst. Das Thema hatten wir in den letzten Jahren auch bei uns - immer wieder der Kampf um die Drittliga-Lizenz.”

Schwabl gibt zu, dass der Klub finanziell nicht auf Rosen gebettet ist: “Wir haben einfach von der Struktur her…, sind wir nicht so aufgestellt, dass das ganz locker durchläuft. Die Einnahmensituation ist nicht so, wie man sie in der Dritten Liga bräuchte. Und bei den Ausgaben kannst du nicht nur runtersparen. Es wird ja alles teurer.”

Auf dem Baum sind selbstredend die Fans des Stadtrivalen. Die Ultra-Gruppierung “Classic Squad”: “Uns beschäftigen in den letzten Stunden und Tagen vor allem Emotionen wie Wut, Verzweiflung und Hilflosigkeit. In erster Linie entsetzt jedoch das Timing dieser Neuigkeit… Nun, drei Wochen vor Ende der Ligaphase, die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation abzusagen, ist ein Schlag ins Gesicht für treue Fans. Trotz dieser herben Enttäuschung erachten wir es als essenziell, jetzt gemeinsam die richtigen Schlüsse zu ziehen.”

Die Ultras fordern jetzt eine Reaktion des Klubs: “Wir fordern vom Präsidium der Spielvereinigung Unterhaching e.V. die schnellstmögliche Einberufung einer Mitgliederversammlung. Hier erwarten wir einen klaren und transparenten Fahrplan für die kommenden Jahre. Komplett offene Fragen sind beispielsweise: Wie hält man Talente bei einem Verein ohne direkte Aufstiegsperspektive in den Profifußball? Wie steht es um die Finanzen, nachdem bei der letzten Mitgliederversammlung keine Zahlen präsentiert wurden? Wie sieht die Zukunft des Sportparks aus? Ohne einen konkreten Fahrplan sehen wir für die Zukunft des Vereins schwarz.”