db24-Tippexperte Reisinger: "Ich hoffe, dass 1860 in der neuen Saison wieder oben angreift"
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 17.04.2026 18:29
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Gegenüber db24 sagt Reisinger: „Bei 1860 ist der Zug nach oben zwar leider abgefahren, trotzdem hoffe ich, dass sich die Mannschaft mit Anstand in die Sommerpause verabschiedet.“ Und weiter: „In Saarbrücken war es für die Löwen noch nie so richtig einfach. Trotzdem ist 1860 stark genug, um auswärts was zu reißen. Und weil Saarbrücken die Punkte braucht, tippe ich auf ein 0:0.“
Warum ausgerechnet eine torlose Nullnummer? Für Reisinger ist die Sache klar: „Beide Mannschaften haben vorne ihre Probleme – und stehen hinten jeweils gut.“
Dass die Löwen den Aufstieg erneut verpasst haben, überrascht den Ex-Profi trotz allem. „Ich war für MagentaSport beim 0:1 in Wiesbaden als Experte dabei – das war kurz nach dem Trainerwechsel“, erinnert sich Reisinger: „Damals wurde ich gefragt, ob 1860 plötzlich ein Abstiegskandidat ist. Ich habe sofort gesagt: Mit dieser Mannschaft musst du auf jeden Fall oben mitspielen. Die Qualität des Kaders gibt das einfach her.“
Für ihn liegt der Grund des Scheiterns vor allem in der Hinrunde. „Es wurden in der Vorrunde einfach zu viele Punkte liegengelassen oder verschenkt.“ Damit meint er die Zeit unter Patrick Glöckner, aber auch die Interimsphase von Alper Kayabunar. „Diese Punkte fehlen dir jetzt. 1860 war bis zur Crunch-Time auf Tuchfühlung, aber in den entscheidenden Spielen musst du halt auch da sein.“

Auch Kevin Vollands Analyse kann Reisinger nachvollziehen. „Volland hat das richtig gesagt: In der entscheidenden Phase hast du zu wenig Punkte gemacht. Da ist es dann egal, ob du Qualität hast oder nicht. Am Ende hat es leider nicht gereicht. Aber es wäre deutlich mehr drin gewesen.“
Für die Zukunft der Löwen bleibt Reisinger trotzdem optimistisch. „Ich hoffe, dass Sechzig in der neuen Saison wieder oben angreift, auch wenn vermutlich viele Spieler den Verein verlassen werden.“ Besonders das Grundgerüst macht ihm Mut: „Mit Torwart Thomas Dähne, Kevin Volland und Sigurd Haugen hast du eine Achse, die mich positiv stimmt.”
Und wie bewertet er die Lage beim 1. FC Saarbrücken? Auch dort lief die Saison weit hinter den Erwartungen. „Der Klub ist natürlich deutlich unter den Möglichkeiten geblieben. Sie kämpfen immer noch um den Klassenerhalt und brauchen jeden Punkt, weil Ulm und Havelse gegeneinander spielen.“ Deshalb erwartet Reisinger einen entschlossenen Auftritt der Gastgeber: „Saarbrücken muss gegen 1860 Gas geben, um die letzten Zweifel zu beseitigen.“ Sein Fazit: „Ich gehe aber davon aus, dass Saarbrücken den Klassenerhalt schafft, weil sie noch zu viele Punkte Vorsprung haben.“
Und was macht eigentlich Reisingers eigene Trainerkarriere? Beim Regionalligisten Bahlinger SC wurde er im März als Chefcoach beurlaubt. Verbittert wirkt der frühere Angreifer deshalb nicht. Im Gegenteil: „Ich habe trotzdem viel mitgenommen, weil ich gesehen habe: Was will ich eigentlich?“ Nach zehn bis 15 Jahren im Profibereich sei der Ausflug in den semiprofessionellen Fußball eine besondere Erfahrung gewesen. „Dieser Bereich war nicht einfach für meinen Kopf.“






