VON OLIVER GRISS UND CHARLES PASTURE (FOTO)

Am Dienstagnachmittag machten Morris Schröter, David Philipp & Co. große Augen, als sie aus dem Kabinentrakt an der Grünwalder Straße 114 kamen. Vor ihnen jonglierte ein junger Mann in Trainingshose den Ball und packte dabei den ein oder anderen Trick aus. „Gar nicht schlecht“, spendierte David Philipp dem Unbekannten ein Lob. Und der 26-jährige Ballartist selbst sagte: „Ich bin Autist - und würde gerne ein Probetraining machen, nur fünf Minuten. Ich bin auch ab und zu in der Münchner Fußgängerzone.“

Markus Kauczinski konnte sich eher weniger für den jungen Mann begeistern - er hat schon wieder das nächste Ziel vor Augen: Nach fünf Spielen ohne Sieg braucht der TSV 1860 wieder ein Erfolgserlebnis. Die nächste Möglichkeit dazu bietet sich in Saarbrücken (Samstag, 14.03 Uhr, db24-Ticker).

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Dabei kommt es zum Wiedersehen mit Agis Giannikis, einem der Vorgänger von Kauczinski beim TSV. Die Saarländer, die vor der Saison ebenfalls zu den Aufstiegskandidaten gehörten, brauchen noch ein paar Punkte, um den Klassenerhalt endgültig zu fixieren. Gegen Sechzig soll alles klargemacht werden, nachdem der Pokal-Halbfinalist von 2024 zuletzt mit 0:2 beim TSV Havelse auf verlorenem Posten stand.

Die Löwen waren an diesem Dienstagnachmittag zweigeteilt: Während die A-Elf im Fitnessraum arbeitete, gingen die Reservisten auf den Einserplatz - mit dabei nicht nur Rekonvaleszent Sean Dulic, sondern auch ein neues Gesicht: Cristian Leone, Torjäger der Bayernliga-Mannschaft des TSV 1860, durfte sich Kauczinski präsentieren. An der Bande beobachtete Rekord-Löwe Harald Cerny die 60-minütige Einheit - nicht aus Spaß, sondern aus einem anderen Grund: Der Österreicher betreut Offensivmann Leone als Berater. Auch die früheren Löwen Michael Hofmann und Uwe Wolf waren kurzzeitig an der Grünwalder.

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Nach der Einheit führte Kauczinski auch ein längeres Gespräch mit Mittelfeld-Arbeiter Philipp Maier, der beim 2:2 gegen Regensburg nicht auf dem Spielberichtsbogen auftauchte. Auch Clemens Lippmann fand am vergangenen Wochenende keine Berücksichtigung. Während Maier noch Vertrag bis 2027 hat, läuft Lippmanns Arbeitspapier im Sommer aus. Angesichts des neuen Jugendkurses war es durchaus eine Überraschung, dass der Außenbahnspieler nicht nominiert wurde - weil er sich gegen 1860 entschieden hat?