"Es gibt kein Urteil": Muss Yahya Ismaik als Zeuge aussagen?
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 09.04.2026 11:22
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Oliver Mueller.
VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Im Streit zwischen Ex-Geschäftsführer Oliver Mueller und den Löwen über die fristlose Kündigung im Herbst 2024 wurde kein Urteil gesprochen. Richter Harald König stellte klar: „Das Urteil wird nicht verkündet. Es gibt kein Urteil – das Verfahren geht weiter.“
Hintergrund ist ein umfangreicher Hinweisbeschluss, den das Gericht beiden Parteien schriftlich übermittelt hat. Auf drei Seiten werden mehrere zentrale Punkte aufgeführt, darunter die Darlegungspflicht und Fragen zur außerordentlichen Kündigung.
Brisant: Möglicherweise rückt nun auch das Umfeld des Investors in den Fokus. König stellte in den Raum, dass eventuell Ismaik-Bruder Yahya als Zeuge geladen werden könnte. „Vielleicht muss der Bruder des Darlehensgebers gehört werden. Er hat damit gedroht, den Darlehensvertrag wegen Mueller zu kündigen. Hier warte ich noch ab, wenn ich den Darlehensvertrag habe.“
Auch inhaltlich ließ der Richter durchblicken, wo Konfliktstoff liegt: Muellers Vorgehen rund um den „Biss des Löwen“, die Beauftragung eines IT-Dienstleisters sowie ein kostspieliges Stadion-Gutachten. „Die Stadionfrage ist ein zentrales Thema bei 1860, vielleicht hätte er hier die Gesellschafter fragen müssen“, erklärte König – schränkte aber zugleich ein: „Der Spielraum eines Geschäftsführers ist groß.“
Jetzt sind wieder die Parteien am Zug. Sowohl Mueller als auch 1860 müssen innerhalb von vier Wochen zum Hinweisbeschluss Stellung nehmen. Erst danach wird sich zeigen, wie es weitergeht. Ein weiterer mündlicher Termin ist möglich.
König machte deutlich: „Es wird sich hinziehen – vermutlich bis Sommer.“ Oder noch länger? Ein anwesender Fan brachte die Sorge vieler Löwen auf den Punkt: „Das kann sich ja noch über fünf Jahre ziehen…“
Es geht um rund 400.000 Euro.






