Mehr Risiko - oder Drittliga-Dino für immer?
- VON OLIVER GRISS
- 05.04.2026 15:23
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VON OLIVER GRISS
Genau diesen Beweis blieb der TSV 1860 zuletzt dreimal in Folge schuldig. Damit haben die Löwen ihre vor wenigen Wochen mühsam erarbeitete gute Ausgangsposition wieder verspielt. Der Rückstand auf den Relegationsplatz, den derzeit der nächste Gegner Energie Cottbus belegt, ist inzwischen auf sieben Punkte angewachsen. Und man muss nun wirklich kein Mathematik-Abitur haben, um die Tabelle richtig zu lesen und zu wissen, was das Auswärtsspiel am Dienstag in der Lausitz für 1860 bedeutet: Es zählt nur ein Sieg – alternativlos.
Bei einer Niederlage in Cottbus würde der Rückstand auf den Relegationsplatz auf zehn Punkte anwachsen - vom viel schlechteren Torverhältnis reden wir gar nicht. Das alles wäre jedenfalls gleichbedeutend mit dem endgültigen Aus aller Aufstiegsträume und der Verlängerung des Dino-Status in der Dritten Liga.
Dementsprechend muss sich Markus Kauczinski jetzt die Frage stellen, ob er von seinem Sicherheitsfußball etwas abrückt und das Risiko weiter erhöht, um sich überhaupt noch die Eintrittskarte für einen echten Aufstiegs-Endspurt zu sichern. Dazu gehört auch, dass sich der Trainer selbst hinterfragt – zum Beispiel auch, warum er immer wieder so spät wechselt.
Zwar konnte Kauczinski gestern mit seinem Dreierwechsel wenigstens noch einen hochverdienten Punkt retten, als Sigurd Haugen nach Vorarbeit des eingewechselten Justin Steinkötter und Kevin Volland spät zum 1:1 traf. Und trotzdem bleibt der Eindruck: Mit einer früheren Einflussnahme auf Spiel und Personal wäre ein Heimdreier keineswegs unrealistisch gewesen. Auch das ist ein Punkt, der bei ihm immer wieder auffällt. Um eines vorab klarzustellen: Kauczinski ist für uns der einzige Hoffnungsträger in leitender Position bei 1860 München.
Grundsätzlich gilt: Die Löwen sind aus unserer Sciht nicht schlechter als die anderen Zweitliga-Anwärter. Das fußballerische Niveau in dieser Liga ist überschaubar. Hier kann wirklich jeder jeden schlagen – siehe das 1:0 von Abstiegskandidat Ulm am Ostersonntag gegen Aufstiegskandidat Verl. Ein Signal im Keller. Überrascht hat dieses Ergebnis nicht. Es spricht allerdings auch nicht gerade für die Qualität der Dritten Liga. Genau darin liegt aber die Chance für Sechzig: Wenn diese Liga so eng, so unberechenbar und so fehleranfällig ist, dann lebt auch die Hoffnung auf ein Giesinger Fußball-Wunder weiter.






