db24-Tippexperte Horst Schmidbauer: "Ich weiß gar nicht, ob ein Aufstieg gut für den Verein wäre"
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 04.04.2026 08:45
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Heute ist der frühere Löwen-Stürmer ein Weltenbummler. Mit seinem Camper tourt der 61-Jährige aktuell durch Marokko. Und doch lässt ihn Sechzig nicht los: Im Zuge des Todes von Kulttrainer Karsten Wettberg haben wir Schmidbauer kontaktiert (das db24-Interview folgt). Trotz Freiheit, Wellen und weiter Horizonte nimmt er sich heute bewusst eine Auszeit – um ab 14 Uhr das Heimspiel gegen Waldhof Mannheim zu verfolgen. „Das ist ein Fixtermin“, sagt Schmidbauer. „Ich freue mich, dass es wieder übertragen wird. Den Satelliten auf meinem Camper werde ich richtig einstellen (lacht)…“ Als db24-Tippexperte rechnet Schmidbauer mit einem 2:1-Heimerfolg, was gleichbedeutend wäre mit: 1860 würde im Aufstiegsrennen bleiben.

Die aktuelle Löwen-Mannschaft kennt er zwar nicht mehr im Detail, doch seine Verbindung zum Verein ist ungebrochen. Zweimal stieg er mit Sechzig auf – 1991 unter Wettberg und 1993 unter Werner Lorant. Den aktuellen Aufstiegskampf bewertet Schmidbauer differenziert – und bewusst ohne Euphorie: „Ein Aufstieg hat zwei Seiten: Willst du, dass 1860 aufsteigt oder bist du damit zufrieden, Dritte Liga zu spielen? Ich weiß gar nicht, ob ein Aufstieg gut für den Verein wäre.”
Seine Mahnung hat Gewicht. „Wir haben alle gesehen, dass die Erste Liga den Löwen nicht gutgetan hat. Das hat so viel Geld gekostet. Einige sind übergeschnappt – und der Verein wurde finanziell zu Grunde gerichtet.“ Was man dabei nicht vergessen darf: 1860 konnte noch nie mit Geld umgehen, selbst zu Meister-Zeiten fehlte die Kohle.
Schmidbauer war schon immer ein meinungsstarker Charakter – einer, der das Familiäre über das Geschäft stellt. Seine Forderung ist klar: „Als 1860 musst du dir bewusst machen, dass du mit vielen namhaften Drittliga-Klubs finanziell nicht mithalten kannst. Deswegen träume ich nicht vom Durchmarsch.“
Und weiter: „Vielleicht wird 1860 noch Dritter und kommt in die Relegation. Aber mir ist wichtiger, dass der Verein den Fokus auf die jungen Leute legt.“
Für Schmidbauer ist der Weg zurück nach oben kein Sprint, sondern ein langer Marathon: „Um wieder in die Erste Liga zu kommen, wird es Jahrzehnte dauern. Bevor man von der Bundesliga träumt, sollte man erstmal aus der Dritten Liga rauskommen.“






